Ihre-Vorsorge Logo

Deutschland bei Medizin-Personalzahl in der Spitze

Gesundheitsstudie berücksichtigt nur die Menge der medizinisch Beschäftigten, nicht die Qualität der gesundheitlichen Versorgung.

Artikel vorlesen

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Arzt mit Spritze klebt Pflaster auf Oberarm von Patient. Bild: IMAGO / photothek / Ute Grabowsky

© Nicht definiert

Seattle (dpa) – Was haben Deutschland, Island und Kuba gemeinsam? Sie gehören zu den 15 Ländern der Welt mit dem meisten medizinischen Personal. Das geht aus einer der weltweit größten Gesundheitsstudien hervor, die in der britischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wurde. Auf den letzten Platz kam demnach das westafrikanische Land Benin. Berücksichtigt wurde die Zahl der Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen im Vergleich zur Einwohnerzahl.

Einen Rückschluss auf die Qualität der medizinischen Versorgung lasse die Studie mit Daten aus dem Jahr 2017 nicht zu, betonen die Autoren. Sorgen bereitet den Wissenschaftlern, dass fast die Hälfte aller 195 untersuchten Länder mit einem Mangel an medizinischem Personal zu kämpfen hat. Hier standen im vergangenen Jahr weniger als zehn Ärzte und weniger als 30 Krankenschwestern und Hebammen pro 10.000 Einwohner zur Verfügung. Die Forscher bewerteten die Länder auf einer Skala von 0 bis 100 - in der Spitzengruppe, zu der Deutschland gehört, erzielten alle 15 Staaten den Bestwert. Die Versorgung mit medizinischem Personal wurde in der zuletzt alle zwei Jahre erscheinenden Studie mit dem Titel «Global Burden of Disease» (etwa: Weltweite Krankheitslast) zum ersten Mal untersucht.

Die wichtigsten Gesundheitsrisiken der Welt

Im Unterschied dazu analysieren die Forscher in dem Projekt bereits seit den Neunzigerjahren die wichtigsten Gesundheitsrisiken der Welt. Für alarmierend halten sie, dass mehr als die Hälfte der weltweit 56 Millionen Todesfälle im Jahr 2017 auf nur vier weitgehend vermeidbare Faktoren zurückging: hoher Blutdruck, Rauchen, hohe Blutzuckerwerte und Übergewicht. Alle vier Faktoren gewannen im Vergleich zu 1990 an Bedeutung. Außerdem habe sich die Zahl der Toten durch Konflikte und Terrorismus in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Weniger Menschen erkrankten und starben hingegen an verunreinigtem Wasser, schlechter Hygiene oder Luftverschmutzung in Häusern.

Die Lebenserwartung der Menschen stieg zwar im globalen Mittel, sie unterschied sich regional und je nach Geschlecht aber stark. 2017 geborene Mädchen hatten in 180 von 195 Ländern eine höhere Lebenserwartung als Jungen. Sie liegt im weltweiten Schnitt bei 75,6 Jahren, bei Jungen hingegen bei 70,5 Jahren. Zum Vergleich: Im wohlhabenden Deutschland lag die Lebenserwartung im selben Jahr jeweils mehr als sieben Jahre höher – für Mädchen bei 83 Jahren und für Jungen bei 78,2 Jahren. Die Forscher weisen darauf hin, dass eine steigende Lebenserwartung eine bessere Gesundheitsversorgung erfordere.

Globale Gesundheitsentwicklung beunruhigend

Insgesamt bezeichnen die Forscher die globale Gesundheitsentwicklung als beunruhigend. Sie schreiben: "Die weltweiten Zahlen zeigen nicht nur eine besorgniserregende Verlangsamung des Fortschritts, der Blick auf die detaillierten Ergebnisse bringt auch exakt zutage, wie unausgewogen die Entwicklung ist." Es bedürfe großer internationaler Anstrengungen, um Gesundheitsrisiken in allen Teilen der Welt zu reduzieren und die medizinische Versorgung zu verbessern.

Die Studie "Global Burden of Disease" wurde Anfang der Neunzigerjahre von der US-amerikanischen Harvard University, der Weltgesundheitsorganisation und der Weltbank ins Leben gerufen. Mittlerweile sind über 3.500 Wissenschaftler aus mehr als 140 Ländern an dem Projekt beteiligt.


Weitere Artikel

Time
5 Minuten

Wenn der Partner oder die Kollegin zusammenbricht, kommt es auf jede Sekunde an. Doch viele sind in Sachen Wiederbelebung unsicher. Welche Folgen das hat – und welche Hoffnung auf der Jugend ruht.

Time
3 Minuten

Luft anhalten, Kopfstand turnen, sich erschrecken lassen: Es gibt einiges, das Schluckauf in die Flucht schlagen soll. Experten erklären, wie das Hicksen entsteht, und was alle Tipps gemeinsam haben.

Time
2 Minuten

In Frankfurt treffen sich ab Mittwoch rund 1000 Altersmediziner und Altersforscher. Ein Thema des Kongresses ist die Suche nach dem ewigen Leben.

Time
2 Minuten

Lungenkrebs-Screening für Raucher, Früherkennung für Brust und Darm: Mehr als eine halbe Million Menschen erkrankt jährlich an Krebs. Was man tun kann und was sich für Versicherte geändert hat.

Time
4 Minuten

Die Krankenkasse kündigt eine Prüfung durch den Medizinischen Dienst an? Das kann Krankengeld und sogar den Job kosten. Was Arbeitnehmer wissen sollten.

Time
2 Minuten

Wer betreut die im Haushalt lebenden Kinder während einer Reha-Maßnahme? Die Deutsche Rentenversicherung kann helfen.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026