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Eichenprozessionsspinner: Gifthaare noch jahrelang gefährlich

Nach dem Sommer sollte die Gefahr vorbei sein – dachte man. Doch allergische Reaktionen durch das Nesselgift der Raupen drohen selbst nach langer Zeit.

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Raupe eines Eichenprozessionsspinners an einem Baum.

© Nicht definiert

Potsdam (dpa/bb). Der Eichenprozessionsspinner hat sich in diesem Jahr in Brandenburg laut Umweltministerium so stark ausgebreitet wie lange nicht. Zwar verschwinden die Raupen im Juli, die Gefahren für die Gesundheit durch giftige Brennhaare aber nicht. Das Vorgehen gegen den Eichenprozessionsspinner im kommenden Jahr werde bereits vorbereitet, hieß es. 

Gifthaare können noch Jahre Allergien auslösen

Warum die Nachtfalter sehr lange Probleme machen können, erklärt das Ministerium so: Auch nach der Verpuppung im Juli verblieben Gifthaare an den alten Raupenhäuten in den verlassenen Gespinstnestern und könnten durch den Wind verteilt werden. „Zudem bleiben sie lange in der Umgebung erhalten und können so noch über mehrere Jahre hinweg allergische Reaktionen auslösen.“

Ministerium: Schädling profitiert vom Klimawandel

Zudem profitiert das Insekt nach Aussagen des Ministeriums vom Klimawandel. Überdurchschnittlich trockene und warme Frühjahre sowie Spätsommer seien für den Eichenprozessionsspinner optimal, so dass es zu einer schwer kontrollierbaren Vermehrung der Schädlinge komme. 

Beratung mit Kommunen und Waldbesitzern

Wegen der landesweiten Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners beriet das Umweltministerium in der vergangenen Woche unter anderem mit Kommunen, Waldbesitzern und dem Landesbetrieb Forst Brandenburg über die Situation. In der Prignitz etwa wurde das Insekt auch aus der Luft per Hubschrauber bekämpft. 

Klar sei: nicht jede einzelne Eiche im Land könne gegen den Schädling behandelt werden, teilte das Ministerium Behörde mit. Aufgrund knapper Ressourcen müsse die Bekämpfung konzentriert an Schwerpunkten des Befalls erfolgen.

Starker Juckreiz und Husten sind Folgen 

Die kleinen Brennhaare der Raupen enthalten ein Nesselgift. Bei Kontakten kann es zu Hautreizungen, starkem Juckreiz und Quaddeln kommen. Auch Augenreizungen, Husten oder asthmaartige Beschwerden sind laut Ministerium möglich, wenn Menschen oder Tiere mit den Brennhaaren in Berührung kommen.

Welche Verhaltens-Tipps gibt es?

- Befallene Bereiche meiden, Abstand halten und keinesfalls Raupen oder Nester berühren. 
- Entsprechende Hinweisschilder gilt es zu beachten.
- Nester dürfen nicht selbst entfernt werden. Das machen Fachfirmen.
-  Nach einem möglichen Kontakt mit den giftigen Brennhaaren gilt: duschen, Haare waschen und getragene Kleidung reinigen.
-  Wer anhaltende Reaktions-Symptome hat, sollte eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

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