Ihre-Vorsorge Logo

Laktoseintoleranz: Welche Milchprodukte gehen trotzdem?

Cremesuppe, Kakao oder Vanillepudding lösenbei vielen Menschen Aufruhr im Darm aus. Doch ganz auf Milchprodukte zu verzichten ist nicht unbedingt notwendig oder nützlich. Ein Überblick.

Artikel vorlesen

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlicht

Laktoseintoleranz: Welche Milchprodukte gehen trotzdem?

© Nicht definiert

Die Milch macht's – doch leider nicht immer nur im Positiven, wie viele Menschen mit Laktoseunverträglichkeit merken.

Berlin (dpa/tmn). Milch getrunken oder Sahnejoghurt gelöffelt – und ein, zwei Stunden später ist der Bauch aufgebläht und schmerzt? Passiert das immer wieder, kann eine Laktoseintoleranz dahinterstecken. Von ihr sind nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) etwa 15 bis 20 Prozent der Menschen hierzulande betroffen. Wer kein gutes Bauchgefühl nach dem Konsum von Sahnetorte, Joghurt und Co. hat, neigt schnell dazu, Milchprodukte zu meiden. Der komplette Verzicht muss laut den DGE-Experten gar nicht sein. Warum genau? Und welche Milchprodukte sind empfehlenswerter als andere? 

Geringe Mengen Milchprodukte akzeptabel

Dazu zunächst etwas Theorie: Bei einer Laktoseintoleranz kann der Körper nur geringe Mengen Milchzucker (Laktose) aufspalten, erklärt das Portal „gesundheitsinformation.de“. Im Dünndarm ist schlichtweg zu wenig von dem Verdauungsenzym Laktase vorhanden. Es wandert also unverdauter Milchzucker in den Dickdarm, wo er von Bakterien zersetzt wird. Dabei entstehen unter anderem vermehrt Gase – Stichwort: Blähungen und Blähbauch. 

Die gute Nachricht: Gewisse Mengen an Milchzucker können Menschen mit Laktoseintoleranz ohne Beschwerden essen. So verweist „gesundheitsinformation.de“ darauf, dass Betroffene meist bis zu 12 Gramm Laktose auf einmal tolerieren. Das ist so viel wie in einem Glas Milch (250 Milliliter) steckt.  Um herauszufinden, wie viel Milchzucker ein pures Milchprodukt enthält, hilft ein Blick auf die Nährwertangabe für Zucker.

Gereift und fermentiert? Damit kommt der Darm oft gut klar

Doch Körper sind unterschiedlich, die Verträglichkeit ist mitunter sehr individuell. Geht es darum, was bei der Ernährung genau zu beachten ist, sucht man am besten das Gespräch mit Arzt oder Ärztin bzw. einer Fachperson für Ernährungsberatung. Meist ist die Strategie der Wahl, auf Milchprodukte mit geringem Laktosegehalt zu setzen. Faustregel: Fermentierte und vergorene Milchprodukte enthalten weniger Milchzucker als etwa frische Milch, erklärt „gesundheitsinformation.de“. Im Zuge des Herstellungsprozesses wird er nämlich abgebaut. 

Einige Beispiele: 

  • Gereifte Käsesorten wie Gouda, Edamer und Parmesan sind meist gut verträglich.
  • Auch Sauermilchprodukte wie Kefir, Quark und stichfester Joghurt gehen laut der DGE oft gut.
  • Butter hat einen geringen Milchzuckergehalt, zudem isst man davon in der Regel eher geringe Mengen. Für Menschen mit Laktoseintoleranz meist kein Problem.

Milchprodukte mit anderen Lebensmitteln kombinieren

Wer Milchprodukte zu sich nimmt, sollte sie mit anderen Lebensmitteln kombinieren, etwa den Joghurt als Dessert essen oder Milch im Rührei verarbeiten, wie die DGE vorschlägt. Feste und fetthaltige Nahrung verlangsamt nämlich die Verdauung im Magen. Willkommener Effekt: Es gelangt weniger Laktose auf einmal in den Darm – das macht es der dort vorhandenen Laktase leichter, den Milchzucker aufzuspalten.

 Auf laktosefreie Lebensmittel achten

Dann gibt es noch sogenannte laktosefreie (Milch-)Produkte, die immer häufiger auch in Supermärkten angeboten werden, oft in eigenen Regalen. Diesen Lebensmitteln wurde das Enzym Laktase zugesetzt. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) bezeichnet solche Lebensmittel als „diätisch oftmals sinnvoll“ – vor allem als Ersatz für Milchprodukte mit hohem Milchzuckergehalt wie Milch, Sahne, Frischkäse oder Eis. 

Laktase-Tabletten als bewährtes Hilfsmittel

Zudem gibt es Tabletten, die Laktase enthalten. Betroffene können sie zu Mahlzeiten einnehmen – etwa, wenn sie bei einem Restaurantbesuch oder unterwegs nicht auf laktosearme Speisen ausweichen können. Das von außen eingenommene Enzym Laktase unterstützt die Verdauung von Milchzucker, indem es ihn in seine Bestandteile Glucose und Galaktose aufspaltet – der Bauch wird entlastet, die unangenehmen Symptome bleiben aus oder werden verringert. Die Laktase Einnahme sollte idealerweise immer nach ein paar Bissen erfolgen, wie Experten meinen: Der Speisebrei nimmt einen Teil der Magensäure auf und hebt den sogenannten pH-Wert – ein Maß dafür, wie „sauer“ der Magen ist. Die ätzende Magensäure wird abgemildert.

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Je mehr, desto besser: Soziale Kontakte im Alter fördern Gedächtnis und Denkleistung. Besonders ehrenamtliche Arbeit erweist sich laut der Studie als wirksam. Was noch?

Time
2 Minuten

Ewiges Scrollen und Folgen im Alltag: Erhebungen zufolge nutzen viele Kinder und Jugendliche soziale Medien in riskantem oder krankhaftem Ausmaß. Auch Jugendliche selbst beobachten das bei Bekannten.

Time
2 Minuten

Ärzte sollen künftig eine feste Zahl freier Termine melden. Warum die Kassenärztliche Bundesvereinigung darin keinen Weg zu schnelleren Terminen sieht.

Time
2 Minuten

Im Supermarkt stehen die Kisten mit Zierkürbissen manchmal direkt neben den Speisekürbissen. Doch nicht jedes hübsche Exemplar darf in Suppe oder Ofengemüse.

Time
2 Minuten

Bisher können rund 14,5 Millionen Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren am Brustkrebs-Screening teilnehmen – künftig sollen es mehr werden.

Time
4 Minuten

Impfstoffe gegen Grippe werden regelmäßig angepasst – und für diese Saison besonders umfassend. Entscheidender bleibt aber etwas anderes.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026