Essen/Heidelberg (dpa/tmn). Ich muss nur positiv denken, und schon lässt meine Arthritis oder meine Grippe nach? Bei der Frage muss der Neurowissenschaftler Prof. Manfred Schedlowski von der Uniklinik Essen lachen: „So einfach ist das nicht! Das können wir aus wissenschaftlicher Sicht nicht beantworten.“ Und was ist mit dem Gegenteil? Können negative Gedanken oder Einstellungen Körperprozesse und damit eben auch Krankheitsverläufe beeinflussen? Das beantwortet die Wissenschaft inzwischen mit einem „Ja“.
Unser Denken beeinflusst unsere Gesundheit
Der Kopf beeinflusst die Gesundheit auf vielfältige Weise. „Wir haben in den vergangenen 20 Jahren gelernt, wie Gedanken, Gefühle und unser Verhalten Körperprozesse wie das Hormonsystem, das Herz-Kreislaufsystem und das Immunsystem beeinflussen können“, sagt Schedlowski.
Auch deswegen, weil man jetzt durch bildgebende Verfahren wie Computertomographie die Abläufe im Gehirn besser darstellen kann. Außerdem lassen sich Hormone, die eine Verbindung zwischen dem Gehirn und den Körperprozessen darstellen, im Blut messen. So ergibt sich eine detailliertere Sichtweise darauf, wie das körpereigene Abwehrsystem arbeitet.