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Hitze setzt Pflegebedürftigen zu: 6 Tipps für Angehörige

Pflegebedürftige Menschen sind bei Hitze besonders gefährdet. Wie Angehörige konkret unterstützen können – von Kühlflasche bis Trinkerinnerung.

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Hitze setzt Pflegebedürftigen zu: 6 Tipps für Angehörige

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Berlin (dpa/tmn). „Wie geht's dir? Wie viel hast du schon getrunken?“: Wer einen pflegebedürftigen Menschen in seinem Umfeld hat, greift während Hitzewellen am besten häufiger zum Telefon. Vor allem, wenn die Person alleine lebt. Im besten Fall gibt es ein Netzwerk, etwa aus Nachbarn, Freunden und Familie, das sich in Hitzephasen aktivieren lässt.

Denn Älteren und Pflegebedürftigen setzen hohe Temperaturen besonders stark zu. Ein Grund: Ältere Menschen schwitzen weniger, die körpereigene Klimaanlage funktioniert schlechter. Außerdem verspüren sie weniger Durst und trinken daher oft weniger. All das erhöht das Risiko für Dehydration und Überhitzung, wie das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) auf dem Portal „Klima Mensch Gesundheit“ erklärt. Wie Angehörige Pflegebedürftige an heißen Tagen konkret unterstützen können. 

1. Körper abkühlen mit Wasseranwendungen

Wasser entzieht dem Körper Wärme. Und: Verdunstet es auf der Haut, bringt das eine willkommene Kühlung. Möglichkeiten, sich diese Effekte zunutze zu machen, gibt es viele: So können pflegende Angehörige kühle, feuchte Umschläge auf Arme, Beine, Stirn oder Nacken der pflegebedürftigen Person platzieren, schlägt das BIÖG vor.

Auch kühle bzw. lauwarme Fußbäder oder Duschen schützen vor Überhitzung. Noch einfacher: ein Wasserspray. Dafür Wasser in eine wiederverwendbare Sprühflasche füllen und die Haut damit nach Bedarf benetzen. Für die Nächte ist eine „Kühlflasche“ – also eine Wärmflasche, die mit kaltem Wasser gefüllt ist – angenehm. Eines ist aber zu viel des Guten: Kühlakkus auf nackter Haut. Dann drohen Erfrierungen. 

2. Wohnung oder Zimmer kühl halten 

Ist es morgens noch frisch oder haben sich die Temperaturen am Abend abgekühlt, ist der beste Zeitpunkt zum Lüften. Tagsüber verschattet man die Fenster am besten mit Rollos oder Jalousien, damit möglichst wenig Sonnenstrahlen in die Räume fallen. 

Angenehm ist auch ein Ventilator. Vorsicht, falls sich die Wohnung bereits stark aufgeheizt hat: Ab Temperaturen von etwa 35 Grad ist die Luft, die der Ventilator im Raum verteilt, so warm, dass sie die Haut nicht mehr kühlen kann. Dann kann es laut dem BIÖG sogar zu einer Überhitzung kommen. 

3. Kleidung und Bettzeug sollten luftig sein

Baumwolle und Leinen sind leichte Stoffe, die Luft durchlassen – und sind damit eine gute Wahl für Kleidung an heißen Tagen. Auch die Bettwäsche der pflegebedürftigen Person sollte aus einem leichten, atmungsaktiven Stoff sein. Es kann eine gute Idee sein, die Bettdecke durch ein Laken zu ersetzen. 

Schwitzt die pflegebedürftige Person nachts stark, schlägt das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) ein Frotteehandtuch auf dem Kopfkissen vor. Bettunterlagen, die mit Folie beschichtet sind und bei Inkontinenz zum Einsatz kommen, sind hingegen keine gute Idee – es droht ein Wärmestau. Das gilt auch für Inkontinenzhosen mit Folienbeschichtung. Netzhosen mit Einlage sind eine hitzetaugliche Alternative. 

4. Zum Trinken anregen 

Weil Älteren und Pflegebedürftigen oft das Durstgefühl fehlt, ist es gut, sie regelmäßig ans Trinken zu erinnern. So können pflegende Angehörige etwa die Trinkmenge für den ganzen Tag morgens bereitstellen. Oder sie stellen regelmäßige Trinkerinnerungen auf dem Smartphone.

Optimalerweise nehmen sie bei Hitze zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu sich, nennt das BIÖG einen Richtwert – vorausgesetzt, es sprechen keine Vorerkrankungen von Herz oder Nieren dagegen. Geeignet sind Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees und dünne Saftschorlen. Sie sollten kühl, aber nicht eiskalt sein. 

5. Arzneimittel checken (lassen)

Einige Medikamente stellen bei Hitze ein Risiko dar – zum Beispiel Blutdrucksenker, die entwässernd wirken. Am besten sprechen Pflegebedürftige und/oder ihre Angehörigen mit Arzt oder Ärztin ab, ob während Hitzewellen die Dosis angepasst werden sollte. 

6. Warnzeichen für Hitzschlag kennen

Ist die pflegebedürftige Person nicht mehr ansprechbar oder wirkt verwirrt, kann das auf eine Überhitzung des Körpers hindeuten. Auch ein schneller Atem oder Kreislaufprobleme sind Warnzeichen. Dann rät das ZQP: sofort ärztliche Hilfe holen, also den Notruf 112 wählen.

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