Ihre-Vorsorge Logo

Kilos kommen nach Absetzen von Abnehmspritzen schnell wieder

Mit Abnehmspritzen purzeln Pfunde. Doch die Behandlung muss vermutlich lebenslang fortgesetzt werden, sonst droht das Gewicht wieder rasant zu steigen. Ein kleines Minus lässt sich womöglich retten.

Artikel vorlesen

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Zwei Füße auf einer Waage. Bildnachweis: Stocksy © Jeff Wasserman

© Nicht definiert

Cambridge (dpa). Nach dem Absetzen von Abnehmspritzen nehmen Patienten schnell wieder zu – bewahren aber einer Studie zufolge womöglich etwa ein Viertel des Gewichtsverlusts längerfristig. Ein Jahr nach Therapiestopp seien durchschnittlich bereits 60 Prozent des verlorenen Gewichts wieder drauf, berichtet ein Forschungsteam in der Fachzeitschrift „EClinicalMedicine“.

Das Team um Brajan Budini von der University of Cambridge hatte sechs Untersuchungen zu Medikamenten mit sogenannten GLP-1-Rezeptor-Agonisten mit insgesamt 3236 Teilnehmern einbezogen. In drei der berücksichtigten Studien wurde der Wirkstoff Semaglutid getestet, der in den Präparaten Ozempic und Wegovy enthalten ist. Ozempic ist in Deutschland gegen Typ-2-Diabetes zugelassen, Wegovy gegen manche Formen von Übergewicht. In zwei Studien kam der Wirkstoff Tirzepatid und in einer der Wirkstoff Liraglutid zum Einsatz.

Jo-Jo-Effekt: Drei Viertel der Kilos wieder drauf?

Patienten, die solche Präparate absetzen, legen demnach zunächst schnell und dann immer langsamer wieder an Gewicht zu. Der Endpunkt liege vielleicht bei etwa 75 Prozent – allerdings nur nach theoretischer Berechnung. Reale Langfrist-Werte gibt es bisher nicht.

Studien hatten gezeigt, dass etwa die Hälfte derjenigen, die eine Therapie mit Abnehmspritzen beginnen, diese vorzeitig beenden – theoretisch müsste sie wohl lebenslang fortgesetzt werden, um den Erfolg zu bewahren, vermuten Experten. „Die Behandlung wird häufig aufgrund von Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt, finanziellen Schwierigkeiten und eingeschränktem Zugang durch Krankenversicherungen oder Verschreibungsrichtlinien abgebrochen“, schreiben Budini und Kollegen.

In Deutschland kostet die Behandlung mit Abnehmspritzen zur reinen Gewichtsreduktion einige Hundert Euro pro Monat. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen diese Kosten in der Regel nicht.

Das durchschnittliche Ausgangsgewicht lag in den berücksichtigten Studien bei 104 bis 112 Kilogramm. Mit Semaglutid nahmen die Versuchsteilnehmer durchschnittlich etwa 11 bis 17 Prozent ab, mit Tirzepatid 15 bis 23 Prozent, allerdings über einen erheblich längeren Zeitraum (mehr als drei Jahre).

Bei variierender Behandlungsdauer, verschiedener Dosierung und unterschiedlicher Höhe des Gewichtsverlusts ergaben sich bei der Gewichtszunahme nach Beendigung der Therapie sehr ähnliche Kurven. Der Mittelwert der immer flacher ansteigenden Kurven liegt nach 52 Wochen bei 60 Prozent des abgenommenen Gewichts. Verlängert man die Bahn, könnte bei 75 Prozent ein Wert erreicht werden, über den hinaus sich das Gewicht womöglich nicht weiter erhöht. Ob dem tatsächlich so ist, ist aber unklar.

Womöglich genügt längerfristig eine verringerte Dosis

Budini und Kollegen verweisen auf aktuelle, noch laufende Studien, in denen nach dem Erreichen des Zielgewichts die Dosis individuell so reduziert wurde, dass die Patienten ihr Gewicht halten können. „Diese Strategie kann die Langzeitverträglichkeit verbessern, jedoch ist es unter Umständen nicht möglich, die Behandlung vollständig abzubrechen“, hieß es.

Nach einer Untersuchung des Beijing University People's Hospital in Peking nehmen Patienten umso stärker wieder zu, je höher ihr Gewichtsverlust gewesen ist – selbst wenn sie an Programmen teilnehmen, um ihren Lebensstil, etwa das Ess- und Bewegungsverhalten, zu verändern. Ähnliches erleben zum Beispiel Menschen, die eine stark kalorienreduzierte Diät einhalten – auch sie nehmen nach deren Ende stärker wieder zu als Menschen, die nur eine moderate Kalorieneinschränkung durchlaufen.


Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Wenn eine Grippewelle anrollt, können viele Beschäftigte nicht zur Arbeit gehen. Für den Krankenstand haben aber auch andere Erkrankungen zusehends starke Effekte, wie eine Analyse ergab.

Time
2 Minuten

Geht es um die gesundheitlichen Risiken von Körperfett, sind Bauchpolster kritischer als Hüftgold. Wie Sie mit Maßband und Taschenrechner herausfinden, wo Sie stehen.

Time
2 Minuten

Umwelt-Faktoren sind Teil unseres Alltags und können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Was die Deutsche Herzstiftung rät und was Experten sagen.

Time
2 Minuten

Dentalphobie ist keine Einbildung: Doch wer Zahnarztpraxen meidet, riskiert mehr Beschwerden. Warum ein offener Umgang mit der Angst hilft. Und was Sie mit ihrem Zahnarzt besprechen sollten.

Time
4 Minuten

Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung infiziert sich jährlich mit Grippeviren. Dazu kommen weitere Atemwegserkrankungen. Den Beginn machen die Erkältungsviren.

Time
2 Minuten

Nach der Abnehmspritze ist inzwischen auch die Abnehmtablette in Deutschland erhältlich. Bisher sei die Nachfrage aber verhalten, sagen die Apotheken. Die Spritze habe klare Vorteile.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026