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Kind hat Diabetes: Eltern sollten auch an Zöliakie denken

Wenn Kinder an einer Typ-1-Diabetes leiden, bleibt es womöglich nicht allein dabei: Denn Menschen mit diesem Diabetes haben häufiger als andere eine Glutenunverträglichkeit. Was Eltern wissen sollten.

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Kind hat Diabetes: Eltern sollten auch an Zöliakie denken

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Berlin (dpa/tmn). Blutzuckermessgerät und Insulin sind jetzt fester Teil des Alltags: Hat das Kind die Diagnose Typ-1-Diabetes bekommen, müssen sich Familien erst einmal in den Umgang mit der Erkrankung einfuchsen. 

Haben sie Pech, kommt noch eine weitere Diagnose dazu. Denn Typ-1-Diabetes kann mit anderen Autoimmunerkrankungen einhergehen, so die Organisation DiabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. So nennt man Erkrankungen, bei denen das Immunsystem fälschlicherweise gesunde Zellen, Gewebe oder Organe im Körper angreift. 

Ein Beispiel ist Zöliakie. Während ein Prozent der Gesamtbevölkerung von einer sogenannten Glutenunverträglichkeit betroffen ist, sind es unter Typ-1-Diabetikern drei bis sechs Prozent. 

Was eine Zöliakie ist

Bei einer Zöliakie reagiert das Immunsystem auf das Klebereiweiß Gluten, das in Getreide wie Weizen, Roggen oder Dinkel vorkommt. Der Körper bildet Antikörper, die die Schleimhaut des Dünndarms angreifen. 

Tückisch an der Kombination aus Zöliakie und Diabetes: Durch die Schäden an der Darmschleimhaut kann der Körper Kohlenhydrate – und auch andere Nährstoffe – möglicherweise schlechter aufnehmen. „Das begünstigt Unterzuckerungen und Mangelerscheinungen“, erklärt der Kinderdiabetologe Prof. Andreas Neu vom Universitätsklinikum Tübingen. 

Was Eltern von Kindern mit Diabetes tun können

„Leitlinien sehen vor, Kinder und Jugendliche mit neu diagnostiziertem Typ-1-Diabetes auf Zöliakie zu untersuchen. Das wird in der Praxis aber noch nicht überall umgesetzt“, so Andreas Neu. Kommt das Thema beim Arztbesuch nicht ohnehin zur Sprache, sollten Eltern also aktiv nachfragen. Ob eine Zöliakie vorliegt, kann durch eine Blutuntersuchung ermittelt werden. Manchmal wird sie durch eine Gewebeentnahme aus dem Dünndarm ergänzt. 

Anzeichen zu erkennen, ist gar nicht so leicht, denn die Zöliakie-Symptome bei Typ-1-Diabetikern sind oft unspezifisch oder mild. Typische Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall kommen nach Angaben von DiabetesDE nicht immer vor.

Ist das Kind allerdings ständig müde, knicken seine Leistung ein oder verändert sich sein Gewicht aus unerklärlichen Gründen, kann das auf eine Zöliakie hindeuten. Diesen Symptomen sollten Eltern daher unbedingt nachgehen. 

Wie es nach der Zöliakie-Diagnose weitergeht 

Steht die Diagnose, ist wichtig, dass das Kind konsequent auf Gluten verzichtet – und zwar lebenslang. Das zieht eine Ernährungsumstellung mit sich. Wichtig zu wissen, wenn Brot, Kekse und Co. in der Ernährung durch die glutenfreie Variante ersetzt werden: „Menschen mit Typ-1-Diabetes müssen ihre Kohlenhydratberechnung und Insulindosis anpassen, da sich glutenfreie Produkte anders auswirken können“, so Andreas Neu.

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