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Knappschaft: 24 Prozent weniger Schlaganfallbehandlungen im Lockdown

Auch Schenkelhalsbrüche und Sportverletzungen wurden deutlich seltener behandelt. Für Mediziner liegt der Grund auf der Hand.

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Bochum (kbs). Die Zahl der dringlich im Krankenhaus zu behandelnden Erkrankungen ist während des ersten und zweiten Lockdowns erheblich zurückgegangen. Das ergibt sich aus einer Auswertung der Fallzahlen von rund 1,5 Millionen Versicherten der Knappschaft.

Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Schenkelhalsfrakturen, deren Behandlung nicht ambulant erfolgen oder verschoben werden können, sind demnach im zweiten Lockdown im zweistelligen Prozentbereich gesunken. So wurden gut 20 Prozent weniger Patienten mit einem Herzinfarkt (-21 Prozent) in ein Krankenhaus eingeliefert, beim Schlaganfall (Hirninfarkt) war der Rückgang teilweise noch deutlicher (-24 Prozent). Bei der Schenkelhalsfraktur gab es im zweiten Lockdown einen Rückgang von 27 Prozent.  

Eingeschränkter Aktionsradius hat Verletzungsrisiko verringert

Dazu sagt Sportmediziner und Knappschaft-Experte Dr. Markus Bruckhaus-Walter: „Angesichts der deutlichen Reduktion der Bewegungsfreiheit und die damit verbundene Einschränkung der Mobilitätsmöglichkeiten während der Lockdowns war der Aktivitätsradius eingeschränkt, der zu einem Sturzereignis hätte führen können. Dadurch kam es zu weniger Oberschenkelhalsfrakturen, die gerade im höheren Alter eine erhebliche lebensbedrohliche Gefährdung darstellen.“ 

Bei Sportverletzungen, die ambulant behandelt werden können, ergibt sich ein ähnliches Bild. „Sportverletzungen sind durch die Passivität insbesondere durch den Ausfall von Kontaktsportarten deutlich rückläufig gewesen. Die im Lockdown selbst durchgeführten Aktivitäten führten angesichts geringerer Intensitäten zu nachweisbar weniger Verletzungen im Bereich des Bewegungsapparates wie Muskeln oder Gelenke.

Wiedereinstieg ins Training langsam und mit gezielter Dehnung

Der Sportmediziner rät „zunächst mit geringer Intensität anzufangen und mehrfache Wiederholungen“ zu machen. „In den ersten zwei Wochen gilt: Start low, go slow“. Ebenso wichtig sei gezieltes Dehnen und Strecken als „warm up“. Dabei betont Dr. Markus Bruckhaus-Walter, dass „beim Einstieg ins Training die Warnzeichen wie Muskelkater und Gelenkschmerzen nicht ignoriert werden dürfen.“


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