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Medikamente mögen keine Hitze

Werden manche Arzneimittel zu warm gelagert, kann sich ihre Qualität verändern und im schlimmsten Fall auch die Wirkung. Wichtige Tipps für Aufbewahrung und Transport – auch in den Urlaub.

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Medikamentenbox mit bunten Pillen. Bild: IMAGO / Design Pics / Don Hammond

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Auch Tabletten, vor allem aber Cremes und Salben vertragen keine große Hitze.

Wiesbaden (bpb). Die Sommerhitze macht nicht nur Menschen zu schaffen: Werden Medikamente zu warm gelagert, können sich Aussehen und Eigenschaften verändern – bis hin zur Beeinträchtigung der Wirkung. Die R+V Versicherung rät deshalb, Arzneimittel vor Hitze, Sonne und Feuchtigkeit zu schützen. Das gelte natürlich auch im Urlaub. 

Fetthaltige Zäpfchen können schmelzen

Besonders temperaturempfindlich sind fetthaltige Zäpfchen, medizinische Cremes und Salben. Sie können bei Hitze schmelzen oder ihre Konsistenz verändern. „Auch wenn ein Präparat später wieder fest wird: Dies sollte man ohne Rücksprache in der Apotheke nicht mehr verwenden“, rät Torben Thorn, Gruppenleiter Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltmanagement bei der R+V Versicherung. „Unter Umständen verteilen sich die Wirkstoffe dann ungleichmäßig oder werden nicht mehr freigesetzt.“

Vorsicht bei Asthmasprays

Auch bei Asthmasprays ist Vorsicht geboten. Denn bei hohen Temperaturen kann der Druck im Behälter steigen. Das erschwert unter Umständen die richtige Dosierung. Tabletten und Dragees sind meist weniger hitzeempfindlich, sollten aber ebenfalls sachgerecht gelagert werden – trocken und vor direkter Sonne geschützt. „Manche Schäden erkennt man an Verfärbungen, Geruch, Rissen in der Oberfläche oder veränderter Konsistenz“, sagt Thorn. „Vielen Arzneimitteln sieht man jedoch nicht an, ob sie noch verwendbar sind.“

Nicht im Auto liegen lassen

Raumtemperaturen von 15 bis 25 Grad sind für Medikamente in der Regel optimal. Kurzzeitig vertragen die Präparate meist etwas höhere oder niedrigere Temperaturen – etwa auf dem Weg von der Apotheke nach Hause. Dauerhafte Hitze ist jedoch problematisch. Arzneimittel sollten deshalb nicht auf der Fensterbank, im Badezimmer oder im Auto liegen. Gerade im Fahrzeug steigen die Temperaturen im Sommer schnell stark an, etwa wenn es in der Sonne parkt. „Auf kürzeren Strecken liegen Medikamente am besten schattig und möglichst kühl, etwa unter dem Vordersitz“, sagt R+V-Experte Thorn. Das Handschuhfach oder das Armaturenbrett sind ungeeignet. „Bei längeren Fahrten oder im Urlaub schützt eine Isoliertasche vor zu großer Hitze.“ Dabei sollten die Kühlakkus die Medikamente allerdings nicht berühren. Dadurch können sie zu kalt werden.

Kühlpflichtige Medikamente richtig transportieren

Auch am Urlaubsort gehören Medikamente an einen kühlen, trockenen und dunklen Platz. Das Bad ist wegen der Feuchtigkeit oft ungeeignet. Besser ist ein Schrank in einem möglichst kühlen Raum.

Einige Arzneimittel müssen im Kühlschrank gelagert werden, zum Beispiel bestimmte Insuline, manche Antibiotikasäfte oder Augensalben. Sie gehören auf Reisen in eine Kühltasche mit Kühlakkus. „Werden die Medikamente zu warm aufbewahrt, können sie ihre Wirksamkeit verlieren“, warnt Torben Thorn. Allerdings dürfen die Medikamente auch nicht einfrieren. Wer unsicher ist, sollte vor der Reise in der Apotheke nachfragen.

Vier Tipps zur Lagerung

  • Hinweise zur richtigen Lagerung stehen auf der Verpackung und in der Packungsbeilage. Deshalb Medikamente möglichst in der Originalverpackung aufbewahren. Diese schützt zudem vor Licht.
  • Bei Verfärbungen, ungewöhnlichem Geruch oder veränderter Konsistenz in der Apotheke nachfragen, ob das Medikament noch verwendbar ist.
  • Hitze kann nicht nur die Qualität bestimmter Medikamente verändern, sondern auch deren Wirkung im Körper. Wer regelmäßig Arzneimittel einnimmt, sollte bei großer Hitze ärztlichen Rat einholen.
  • Nicht mehr verwendbare Medikamente nie in Toilette oder Waschbecken entsorgen. Je nach Kommune gehören sie in den Restmüll, zur Schadstoffsammlung, zum Recyclinghof oder können in Apotheken abgegeben werden.

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