Genf (dpa) - Dank besserer Vorsorge und Betreuung ist die Sterblichkeitsrate von Müttern bei der Geburt weltweit innerhalb von weniger als 25 Jahren um 40 Prozent gesunken. Darauf weist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum heutigen Weltgesundheitstag hin. Sie warnt zugleich, dass die positive Entwicklung wegen der Einbrüche bei der humanitären Hilfe für ärmere Länder wieder umgekehrt werden könnte.
Weltweit sind nach Angaben der WHO im Jahr 2023 rund 260.000 Frauen vor, während und kurz nach der Geburt ihres Kindes gestorben. Alle zwei Minuten verliere eine Frau wegen Komplikationen im Zusammenhang mit der Schwangerschaft ihr Leben. Die Zahlen zur Müttersterblichkeit seien inakzeptabel. „Die meisten dieser Todesfälle wären vermeidbar“, heißt es von der WHO. Während demnach in Ländern mit niedrigen Einkommen etwa 346 Frauen pro 100.000 Lebendgeburten sterben, sind es in Ländern mit hohen Einkommen nur etwa 10. Todesursachen sind unter anderem schwere Blutungen nach der Geburt und Infektionen.
Vier Länder verzeichnen fast die Hälfte der Todesfälle
Nirgends sei die Situation für die Frauen so schlimm wie in Nigeria. Allein dort sind laut WHO 2023 rund 75.000 Frauen rund um die Geburt ihres Kindes gestorben. Hohe Todeszahlen weisen auch Indien, die Demokratische Republik Kongo und Pakistan auf. Die vier Länder verzeichneten den Angaben zufolge fast die Hälfte aller weltweiten Fälle. Europa gehört mit insgesamt 450 Todesfällen 2023 zu den Regionen mit besonders niedriger Müttersterblichkeit.
Bei der aktuellen Entwicklung werde das Ziel der WHO, bis 2030 die Müttersterblichkeit unter ein Niveau von 70 Todesfällen je 100.000 Geburten zu senken, deutlich verfehlt, hieß es. Seit 2016 hätten sich die Verbesserungen bereits merklich abgeschwächt.
