Ihre-Vorsorge Logo

Neujahrskater - was hilft wirklich?

Morgen knallen vielerorts wieder die Korken. Und Wissenschaftler suchen weiter das perfekte Katermittel.

Artikel vorlesen

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Feiernde Kollegen stoßen mit Sektgläsern an. Bild: IMAGO / Panthermedia

© Nicht definiert

Berlin (dpa). Wer mit einem Kater ins neue Jahr startet, ist krank – richtig krank. Das ist gerichtlich festgestellt. Symptome wie Müdigkeit, Übelkeit und Kopfschmerz lägen außerhalb der natürlichen Schwankungsbreite des menschlichen Körpers, urteilten die Richter des Frankfurter Oberlandesgerichtes. Werbung mit dem Versprechen, diese alkoholbedingten Leiden zu lindern, sei deshalb für Lebensmittelprodukte nicht zulässig.

Der Katzenjammer nach einer durchzechten Nacht gehört zu den Krankheiten, die regelmäßig keiner ärztlichen Behandlung bedürfen. Dennoch nehmen sich immer wieder Wissenschaftler der Thematik an – etwa um die Wirksamkeit von Hausmitteln und Nahrungsmitteln, die die Symptome schnell lindern sollen, zu überprüfen.

Manche Lebensmittel beschleunigen den Abbau von Alkohol

So verabreichten koreanische Forscher einer Gruppe von 25-jährigen Männern erst 100 Milliliter Whiskey und dann eine Wasserlösung mit rotem Ginseng. Eine Kontrollgruppe bekam nach dem Whiskey ein wirkungsloses Placebo. Bei der Ginseng-Gruppe verringerte sich der Alkoholgehalt im Blut deutlich schneller – und damit auch das Risiko eines üblen Katers.

Es liegt an den Enzymen

Indische Wissenschaftler führten jüngst Tests mit Dutzenden Lebensmitteln durch – allerdings spürten sie dem Abbau von Alkohol durch Enzyme im Reagenzglas nach. Ihr Ergebnis: Ein Mix aus Birne, Limettensaft und Kokosnusswasser kann möglicherweise helfen, den Kater zu überwinden. Eine Beimischung von Gurke und Tomate könnte den Effekt noch verstärken, heißt es in der Studie – schmecke aber nicht.

Was Heilkundler vor 2.000 Jahren empfahlen

Schon seit Jahrtausenden suchen Heilkundler nach einem Mittel gegen die Folgen von Alkoholexzessen. Der britische Medizinhistoriker Vivian Nutton entdeckte bei der Entzifferung eines fast 2.000 Jahre alten Papyrus, dass die alten Ägypter wohl auf einen Strauch, die Torfgränke (Chamaedaphne), setzten. Zum Kranz gewunden wurden die Zweige demnach um den Hals gelegt, um „trunkene Kopfschmerzen“ zu bekämpfen. Etwaige Erfolge sind nicht überliefert.

Bier auf Wein oder Wein auf Bier?

Wenn schon kein Allheilmittel gegen Kater gefunden ist – bestätigt die Forschung dann wenigstens die nicht so ganz geheimen Rezepte zur Prävention? Mitnichten.

„Bier auf Wein, das lass' sein. Wein auf Bier, das rat' ich dir“ – Forscher der Universität Witten/Herdecke haben diesen prominenten Rat zur Katervermeidung mit einem feuchtfröhlichen Experiment als Mythos entlarvt. Ihre Erkenntnis: Für den Kater spielt es keine Rolle, in welcher Reihenfolge man Bier und Wein in sich hineinschüttet. Die Teilnehmer der Studie tranken an zwei verschiedenen Abenden zunächst nur Wein oder Bier und wechselten bei 0,5 Promille Alkohol im Blut auf das jeweils andere Getränk. Für den Morgen danach machte das keinen Unterschied.

„Wir haben eindeutig gezeigt: Das Sprichwort stimmt nicht – zumindest für Weißwein und Lagerbier“, sagt der Mediziner Kai Hensel, der das Experiment in Witten geleitet hat.

Schnaps ist nicht gleich Schnaps

Wohl aber macht es einen Unterschied, was man trinkt. Ein Experiment von US-Forschern zeigte: Bourbon verursacht einen heftigeren Kater als Wodka. Die Wissenschaftler führen das darauf zurück, dass Bourbon einen rund 37-fach höheren Anteil an sogenannten Kongeneren hat – das sind chemische Substanzen, die bei der Gewinnung von Alkohol entstehen.

Jeder wählt sich seinen Kater selbst

Ob an Silvester oder bei anderen Feiern: Die Abwägung zwischen Genuss jetzt und Leiden später muss jeder für sich treffen. „Am Ende des Tages ist das Katerempfinden aber natürlich subjektiv, denn es ist ja eine Form von Schmerz“, sagt Wissenschaftler Hensel dazu.


Weitere Artikel

Time
4 Minuten

Die Krankenkasse kündigt eine Prüfung durch den Medizinischen Dienst an? Das kann Krankengeld und sogar den Job kosten. Was Arbeitnehmer wissen sollten.

Time
2 Minuten

Wer betreut die im Haushalt lebenden Kinder während einer Reha-Maßnahme? Die Deutsche Rentenversicherung kann helfen.

Time
5 Minuten

Halsweh, Schnupfen, vielleicht Fieber: Welches Virus legt mich lahm? Seit der Pandemie wollen es viele genau wissen.

Time
3 Minuten

Nicht jede Demenzerkrankung lässt sich verhindern. Doch schon kleine Dinge stärken das Gehirn und senken das Risiko für krankhafte Veränderungen.

Time
2 Minuten

Das jährliche DAK-Präventionsradar zeigt: Immer mehr Kinder und Jugendliche fühlen sich erschöpft. Da verwundern die schlechten Pisa-Ergebnisse wenig, meint die Krankenkasse.

Time
3 Minuten

Kiffen ist inzwischen mit vielen Auflagen für Erwachsene erlaubt. Zugleich wächst der Markt für Cannabis als Medikament stark. Der neue Minister will dem einen Riegel vorschieben.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026