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Psychotherapeuten befürchten Welle von Erkrankungen

Aufgrund der Corona-Pandemie können viele Therapien momentan nicht stattfinden. Der Berufsverband der Therapeuten warnt vor den Folgen.

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Psychotherapeuten befürchten Welle von Erkrankungen

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Bonn (dpa). Psychotherapeuten befürchten durch Versorgungsengpässe in der Corona-Krise eine Welle psychischer Erkrankungen. Psychisch Kranke, Einsame, alte Menschen, Familien und Kinder – viele seien durch die Belastungen der Corona-Maßnahmen am Ende ihrer Kräfte, teilte das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) mit.

Während ein größeres Behandlungsangebot notwendig sei, falle etwa die Hälfte aller Therapien bei den niedergelassenen Psychotherapeuten aus: Gruppentherapien und Einzelsitzungen seien nicht mehr möglich, und viele Patienten und Therapeuten gehörten der Risikogruppe an.

Psychologische Folgen von Corona dürfen nicht unbehandelt bleiben

Die psychischen Folgen durch das Virus müssten genauso ernst genommen werden wie die medizinischen Herausforderungen, appellierte der Vorsitzende des Berufsverbands Dieter Adler an die Politik: „Machen sie jetzt den Weg frei für die maximale Versorgung mit psychischen Hilfsangeboten, damit wir nach der Krise nicht körperlich gesunde, aber gemütskranke Menschen in Deutschland haben.“

Helfen würde eine fernmündliche oder videobasierte Beratung. Diese werde aber nur in geringem Maße von den Krankenkassen bezahlt. Das müsse sofort geändert werden. Problematisch sei auch, dass Therapien in vielen Kliniken nicht beginnen könnten, weil Betten für Viruserkrankte frei gehalten würden.

Psychotherapeuten gehen davon aus, dass einige Folgen auch erst nach der Krise sichtbar werden. Adler sagte: „Wenn die Normalität wieder Einzug hält, werden viele erst realisieren, was sie durch die Krise verloren haben. Darauf können wir die Menschen jetzt schon mit guter psychotherapeutischer Hilfe einstellen.“

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