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RKI-Befragung zu Impfungen: Hohe Akzeptanz und viele Mythen

Mehr als 60 Prozent der Bundesbürger vertrauen darauf, sichere Impfstoffe zu erhalten. Doch eine Befragung des Robert-Koch-Instituts zeigt: Viele glauben auch an Mythen und fürchten zu viele Impfungen für Kinder.

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RKI-Befragung zu Impfungen: Hohe Akzeptanz und viele Mythen

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Berlin (dpa). Die Mehrheit der Bundesbürger vertraut den Entscheidungen und Empfehlungen der Gesundheitsbehörden zu Impfungen. Gleichzeitig ist aber ein beträchtlicher Teil der Menschen zugänglich auch für längst widerlegte Impfmythen – etwa zum Zusammenhang zwischen Impfungen und der Entstehung von Autismus. Das geht aus einer Online-Befragung im Impress-Projekt des Robert Koch-Instituts (RKI) von mehr als 5.000 Erwachsenen hervor.

Demnach halten rund 80 Prozent der Befragten Impfungen für eine sinnvolle Maßnahme zur Krankheitsvorbeugung. Nur gut 7,3 Prozent gaben an, Impfungen seien für sie selbst völlig oder eher überflüssig. 

Rund zwei Drittel wollen auch andere durch Impfung schützen

Mehr als 60 Prozent der Befragten glauben, dass Behörden nur sichere und wirksame Impfstoffe zulassen. Und grob zwei Drittel der Menschen lassen sich impfen, um auch andere Menschen zu schützen. Gleichzeitig ist eine deutliche Mehrheit gegen eine Stigmatisierung von ungeimpften Menschen. Nur 20 Prozent der Befragten halten einen Ausschluss dieser Gruppe von öffentlichen Veranstaltungen für vertretbar. 

Die Befragung zeigt auch ein gewisses Misstrauen in die Behörden: Knapp 20 Prozent glauben, dass Gesundheitsbehörden dem Einfluss der Pharmakonzerne folgen, ein weiteres Drittel stimmt dieser Aussage immerhin teilweise zu. Knapp 8 Prozent glauben völlig oder eher, Impfungen seien schlimmer als die Krankheiten, vor denen sie schützen. Weitere 20 Prozent stimmen dem teilweise zu. 

Rund 50 Prozent der Befragten unsicher bei Impfmythen

Auffällig viele Menschen sind zugänglich für Impfmythen: So sind etwa 5 von 10 Personen unsicher, ob Impfungen Allergien fördern oder Autismus auslösen. Diese Fehleinschätzung könne das Vertrauen in die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfungen beeinträchtigen, betonen die Autoren. 

„Erste Auffälligkeiten, die auf Autismus hinweisen, zeigen sich meist bereits vor dem dritten Lebensjahr – also genau in der Zeit, in der Kinder viele Impfungen erhalten“, erläutert das RKI. „Diese zeitliche Nähe kann den Eindruck erwecken, die Impfung habe die Erkrankung ausgelöst. Wissenschaftliche Studien zeigen jedoch eindeutig, dass dies ein Trugschluss ist.“ Autismus trete bei geimpften und ungeimpften Kindern gleich häufig. „Als Hauptursache gelten genetische Faktoren.“ Wissenschaftliche Studien konnten laut RKI auch keinen Zusammenhang zwischen Impfungen und Allergien nachweisen.

Starke Zurückhaltung bei Covid-Impfungen

Und etwa die Hälfte der Befragten ist zumindest unsicher, ob Kinder nicht zu früh zu viele Impfungen erhalten. „Viele Impfungen erfolgen in den ersten Lebensjahren – das kann den Eindruck erwecken, es werde „zu viel, zu früh“ geimpft“, schreibt das RKI dazu. „Der frühe Zeitpunkt ist jedoch medizinisch begründet: Säuglinge und Kleinkinder haben bei einigen Infektionen das höchste Risiko für schwere Verläufe und Komplikationen.“ Es werde so viel wie nötig zum besten Zeitpunkt geimpft.

Die tatsächliche Impfbereitschaft hängt jedoch stark von der jeweiligen Erkrankung ab: So gaben 6 von 10 Personen, für die die Impfempfehlung gilt, an, die Grippeimpfung in der vorherigen Saison bekommen zu haben. Bei Covid dagegen war es sogar nur 1 von 10. „Die Grippeimpfung und die COVID-19-Impfung werden nicht gut angenommen, obwohl sie jährlich für eine hohe Krankheitslast in der Bevölkerung sorgen“, schreibt das RKI.

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