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Smart zum Arzt

Modellprojekt zur Fernbehandlung für gesetzlich Krankenversicherte startet – erst einmal lokal in Baden-Württemberg.

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Hände eines Mannes im Anzug mit Computermaus und Tastatur. Bild: IMAGO / Westend61 / Giorgio Magini

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Bad Homburg/Stuttgart (kjs/KVBW). Seit April 2018 können sich Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Stuttgart und Tuttlingen telemedizinisch beraten lassen. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) hat bundesweit als erste Kassenärztliche Vereinigung das Modellprojekt "docdirekt" zur Fernbehandlung gestartet.

Rund 40 niedergelassene Ärzte stehen in den Modellregionen von Montag bis Freitag zwischen 9 und 19 Uhr für die Beratung der akut erkrankten Patienten zur Verfügung. In erster Linie sind es Haus-, Kinder- und Jugendärzte, die die Versicherten beraten. An sie können sich die Patienten per Telefon, Videotelefonie oder Chat wenden.

Kostenfreier Service

Die GKV übernimmt wie bei jedem anderen Arztbesuch die Kosten für die Beratung, so dass die Fernbehandlung für die Versicherten ebenfalls kostenfrei ist. Insgesamt hat die GKV für das Modellprojekt 1,6 Millionen Euro bereitgestellt. Privatversicherten können diesen neuen Service nicht nutzen.

Kommt der beratende Arzt zu dem Ergebnis, dass der Patient doch besser persönlich zu einem Arzt gehen sollte, kann er ihn am gleichen Tag an eine patientennah erreichbare Portalpraxis (PEP) überweisen. Er meldet den Patienten unmittelbar dort an. Dieses Angebot ergänzt das "docdirekt"-Projekt in den Modellregionen.

Absolutes Novum in Deutschland

Online-Sprechstunden sind in vielen anderen Ländern längst etabliert. Bislang stand das Fernbehandlungsverbot in Deutschland einem derartigen Modellprojekt entgegen. Telemedizinisch konnte bisher nur derjenige Patient behandelt werden, die sich zuvor beim behandelnden Arzt persönlich vorgestellt hatten.

In Baden-Württemberg wurde die Berufsordnung entsprechend geändert. So wurden die formellen Voraussetzungen für das Modellprojekt geschaffen.

Wissenschaftlich begleitet

Das Telemedizinprojekt der Online-Sprechstunde ist nach Aussagen der KVBW ein großer Schritt in Richtung Digitalisierung. Es wird wissenschaftlich evaluiert, um zu prüfen, ob andere Möglichkeiten der Interaktion zwischen Arzt und Patient eine sinnvolle Ergänzung zur Behandlung in der Arztpraxis sind.

Ziel ist es ferner, Wartezeiten und Wegestrecken für die Patienten zu verringern und die Notaufnahmen in Krankenhäusern zu entlasten.


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