Ihre-Vorsorge Logo

Sorge um Anstieg von HIV in Osteuropa und Zentralasien

In vielen Regionen gibt es erhebliche Fortschritte im Kampf gegen HIV und Aids. Doch in manchen Gegenden sieht es anders aus. Mit Sorge blicken Experten nach Osteuropa.

Artikel vorlesen

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Unterschiedliche Virenarten mit Bezeichnung. Bild: IMAGO / Science Photo Library

© Nicht definiert

München/Genf (dpa). Die Entwicklung der HIV-Zahlen in Osteuropa und Zentralasien bereiten UN-Experten besonders große Sorgen. Während weltweit die Neuinfektionen und Todesfälle in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgingen, stiegen sie dort an, wie das UN-Programm für HIV und Aids, UNAIDS, zum Start der 25. Welt-Aids-Konferenz in München berichtete. Zu der Konferenz werden mehr als 10.000 Teilnehmende erwartet. Zur Eröffnung am Montagnachmittag will Bundeskanzler Olaf Scholz sprechen. 

2023 wurden in der Region Osteuropa und Zentralasien 140.000 neue Infektionen gemeldet, ein Anstieg um 20 Prozent im Vergleich zu 2010. Die weitaus meisten der neuen HIV-Infektionen konzentrieren sich auf Russland, die Ukraine, Usbekistan und Kasachstan. 

Auch die Zahl der Aids-bedingten Todesfälle erhöhte sich in der Region und erreichte im Jahr 2023 mit 44.000 Toten 34 Prozent mehr als 2010. Test- und Behandlungsprogramme seien für viele Menschen in der Region nicht verfügbar - das gelte besonders für die am stärksten betroffenen Gruppen wie Sexarbeitende, Männer, die Sex mit Männern haben, Transgender-Menschen und Drogen-Spritzende. 

Stigmatisierung 

Die Herausforderungen in der Region Osteuropa und Zentralasien seien enorm, bedingt durch restriktive Gesetze, Stigmatisierung und eine unzureichende Ausweitung der HIV-Präventionsmaßnahmen für Risikogruppen, berichtete UNAIDS weiter. Ein wachsender Anteil der HIV-Neuinfektionen geschieht laut UNAIDS offensichtlich durch sexuelle Kontakte von Menschen in besonders gefährdeten Gruppen. Verfügbare Daten deuteten darauf hin, dass es vielfach Menschen betreffe, die früher oder aktuell Drogen injizieren. Zudem nehme die Übertragung unter homosexuellen Männern und anderen Männern, die Sex mit Männern haben, zu.

Der Zugang zu Prävention werde durch zahlreiche Hürden blockiert. Dazu zähle mancherorts die Kriminalisierung des Besitzes kleiner Mengen Drogen und das Verbot von Sexarbeit. Zum Beispiel vermeiden fast die Hälfte der Menschen mit injizierendem Drogengebrauch in Kirgisistan und nahezu ein Drittel der Menschen mit HIV in Tadschikistan medizinische Hilfe aus Angst vor Stigmatisierung und Diskriminierung. 

Der Kampf gegen HIV in der Region werde durch den Krieg in der Ukraine sowie bewaffnete Konflikte und politische Unruhen in anderen Ländern beeinflusst. Der Ukraine sei es aber trotz des Krieges gelungen, ihre HIV-Dienstleistungen aufrechtzuerhalten, insbesondere die Bereitstellung von Therapien. Dennoch bedeuteten der Krieg in der Ukraine wie auch zahlreiche wirtschaftliche und politische Probleme in der Region langfristige Risiken für die HIV-Bekämpfung. 

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse 

Ein Thema der Konferenz ist die Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP). Ordnungsgemäß eingenommen, können beispielsweise entsprechende Medikamente eine Infektion verhindern. Diese sind aber in vielen Teilen der Welt nicht zugänglich und auch in Europa außer bei homo- und bisexuellen Männern oft noch unbekannt. In einigen Ländern Afrikas ist ein Vaginalring im Einsatz. Er besteht aus Silikon und wird in die Scheide eingesetzt. Dort gibt er einen antiretroviralen Wirkstoff frei. 

Afrikas Hoffnungen ruhen auch auf injizierbaren Medikamenten zum Schutz vor einer Infektion, die nur alle zwei bis sechs Monate verabreicht werden müssen. Dazu und zu vielen anderen Themen sollen auf der Konferenz neue Studien vorgestellt werden. 

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Das jährliche DAK-Präventionsradar zeigt: Immer mehr Kinder und Jugendliche fühlen sich erschöpft. Da verwundern die schlechten Pisa-Ergebnisse wenig, meint die Krankenkasse.

Time
3 Minuten

Kiffen ist inzwischen mit vielen Auflagen für Erwachsene erlaubt. Zugleich wächst der Markt für Cannabis als Medikament stark. Der neue Minister will dem einen Riegel vorschieben.

Time
2 Minuten

Hat die Apotheke um die Ecke noch auf? Und hilft sie auch bei Videosprechstunden mit Ärzten? Und was noch? Ein Angebot der Apothekerverbände gibt schnellen Überblick.

Time
2 Minuten

Nicht nur Smartphones und Tastaturen sind echte Keimschleudern: Wie Sie mit einfachen Hygienetipps Krankheitserreger im Büroalltag und auf der Baustelle reduzieren können.

Time
2 Minuten

Traurig, gereizt, freudlos – nicht jede Verstimmung ist gleich eine Depression. Aber wenn sich Symptome häufen, kann das durchaus ein Hinweis sein. Gut, dass es Hilfe gibt.

Time
4 Minuten

Kopfschmerzen, Rücken, Erkältungsbeschwerden: ein rezeptfreies Schmerzmittel ist oft das erste Mittel der Wahl. Das heißt aber nicht, dass solche Medikamente harmlos sind.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026