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Studie: Kaum Nutzen bei neuen Alzheimer-Mitteln

Mehr als 20.000 Patienten, 17 Studien, eine durchwachsene Bilanz: Die neuen Alzheimer-Medikamente zeigen wenig klinisch relevante Wirkung.

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Studie: Kaum Nutzen bei neuen Alzheimer-Mitteln

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London (dpa). Die zunächst mit großen Hoffnungen verbundenen Alzheimer-Wirkstoffe wie Lecanemab und Donanemab haben einer großen Überblicksstudie zufolge wohl kaum klinischen Nutzen, dafür aber einige Risiken. Das teilt die britische Organisation Cochrane mit, die regelmäßig hochwertige Übersichtsarbeiten zu Gesundheitsthemen veröffentlicht.

Lecanemab (Handelsname Leqembi) und Donanemab (Handelsname Kisunla) gehören zu einer Gruppe von Wirkstoffen, die sich direkt gegen die Eiweißablagerungen im Gehirn wenden, die mit dem Absterben der Nervenzellen bei Alzheimer in Verbindung gebracht werden. In der vorliegenden Studie werden auch noch mehrere weitere ähnliche Mittel betrachtet.

„Für die Patienten kein nennenswerter Unterschied“ 

„Leider deuten die Erkenntnisse darauf hin, dass diese Medikamente für die Patienten keinen nennenswerten Unterschied bewirken“, erklärt der Hauptautor der Studie, Francesco Nonino, vom IRCCS Institut für Neurologische Wissenschaften in Bologna. „Es gibt mittlerweile überzeugende Belege, die zu dem Schluss kommen, dass es keine klinisch bedeutsame Wirkung gibt.“ Zwar hätten frühere Studien statistisch signifikante Ergebnisse gezeigt, doch dies sei von der klinischen Relevanz zu unterscheiden.

Für ihre Analyse wertete das Forschungsteam 17 klinische Studien der Pharma-Hersteller aus, die Daten von mehr als 20.000 Patientinnen und Patienten der relevanten Gruppen umfassen – also Alzheimer-Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung oder leichter Demenz. Auf solche Patienten zielen die Wirkstoffe ab, um bei Alzheimer im frühen Stadium den kognitiven Abbau etwas zu verlangsamen. 

Risiko für Nebenwirkungen etwas erhöht

Konkret wurde geschaut, wie sich 18 Monate Behandlung mit den jeweiligen Antikörpern auswirken. Dabei zeigte sich wenig bis kein Effekt auf die Demenzsymptome der Patienten oder den Abbau ihrer geistigen Fähigkeiten sowie darauf, wie sie mit alltäglichen Aufgaben zurechtkamen. 

Allerdings zeigte sich, dass die mit Antikörpern behandelten Patienten etwas häufiger Hirnschwellungen sowie Hirnblutungen hatten als jene, die stattdessen ein Placebo verabreicht bekamen. 

Die Autoren führen den kurzen Untersuchungszeitraum selbst als Schwäche ihrer Studie an. Weitere Forschung sei notwendig, um mögliche Langzeitwirkungen zu erkennen. Dennoch rät das Team dazu, sich bei der Entwicklung von Alzheimer-Medikamenten auf andere Wirkmechanismen zu konzentrieren.

Nicht der erste Hinweis dieser Art

Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, findet die Ergebnisse der Cochrane-Analyse nicht überraschend. Es seien sämtliche Studien zu den sogenannten Beta-Amyloid-Antikörpern zusammen ausgewertet worden, auch zu Substanzen, deren Entwicklung wegen eines ungünstigen Nutzen-Risiko-Profils bereits aufgegeben worden sei, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. 

Die Befunde der Cochrane-Experten weisen in die gleiche Richtung, zu der auch der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken (G-BA) kürzlich für Lecanemab kam, das in Deutschland seit vergangenem Herbst auf dem Markt ist. Hierbei wurde die Behandlung allerdings nicht mit einem Placebo verglichen, sondern mit anderen, gängigen Behandlungsmethoden, die Symptome bekämpfen. 

Das Expertengremium kam zu dem Schluss, dass es keinen belegten Zusatznutzen im Vergleich zu älteren Behandlungsansätzen gibt. Das Mittel habe bei Symptomatik oder Lebensqualität nicht besser abgeschnitten als Behandlungen, die nur auf Symptome zielten, hieß es zur Begründung. 

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