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Viele Rollatoren zu schwer für den Alltag

Rollator-Modelle, die die Krankenkassen bezahlen, sind oft nicht alltagstauglich. Und die Alternativen sind teuer.

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Rentnerin umarmt ihren Mann im Rollstuhl. Bild: IMAGO / Westend61 / imago stock&people

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Berlin (dpa/tmn). Nicht jeder Rollator macht den Alltag im Alter wirklich leichter. Und oft sind es vor allem die Standardrollatoren auf Rezept, die ihren Besitzern mehr Ärger als Freude bereiten. Das hat die Stiftung Warentest bei einer Untersuchung von zwölf Rollatoren herausgefunden („test“-Ausgabe 3/2019).

Querfalter schneiden Im Test schlecht ab

Vier davon waren sogenannte Querfalter aus Stahl für 60 bis 100 Euro pro Gerät. Wegen des recht niedrigen Preises zahlen Krankenkassen oft nur für solche Rollatoren, im Test schnitten alle vier aber eher schlecht ab: Drei der vier Kandidaten bekamen nur die Note „ausreichend“, der Vierte sogar ein „Mangelhaft“ – wegen eventuell krebserregender Schadstoffe im Griff. Das Modell ist seit Herbst 2018 aber nicht mehr auf dem Markt, erklärt die Stiftung unter Berufung auf den Hersteller.

Hauptkritikpunkt: zu schwer

Hauptkritikpunkt an den Standardmodellen ist das Gewicht. Dieses Problem wird auch nicht behoben durch die Änderung des Verzeichnis der Hilfs- und Pflegehilfsmittel, die der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) am Dienstag angekündigt hat.

Nach den Plänen sollen Rollatoren künftig höchstens zehn Kilo wiegen. Dieses Kriterium erfüllen drei der vier getesteten Standardmodelle aber schon jetzt – mit einem Gewicht zwischen neun und zehn Kilo sind sie trotzdem zu schwer, urteilten die Tester.

In Kombination mit der unhandlichen Bedienung seien die schweren Stahl-Rollatoren im Alltag kaum zu gebrauchen: Kopfsteinpflaster oder Kieswege lassen sich damit nur schwer befahren, Bordsteinkanten werden zum unüberwindlichen Hindernis.

Und der umständliche Klappmechanismus sorgt dafür, dass sich die Kassenrollatoren für den Transport nur schwer falten lassen – und selbst wenn der Mechanismus funktioniert, landet schnell ein Finger darin.

Karbon oder Aluminium sind deutlich leichter

Die Alternative zu den Stahl-Querfaltern sind Längsfalter aus Karbon oder Aluminium. Sie sind teils deutlich leichter – selbst der schwerste Kandidat wiegt nur 7,5 Kilo – und damit alltagstauglicher. Oft lassen sie sich mit einem Handgriff zusammenklappen.

Im Test erhalten die meisten Längsfalter die Note „befriedigend“, „gut“ sind nur die Modelle Vital Carbon von Russka und Troja 2G Premium von Topro für 535 beziehungsweise 410 Euro.

Die anderen Längsfalter sind günstiger, mit Preisen ab etwa 200 Euro aber noch immer deutlich teurer als die Querfalter.



Krankenkassen zahlen nur in Ausnahmefällen teurere Modelle

Die leichten und teuren Rollatoren gibt es nur in Ausnahmefällen auf Rezept, erklärt die Stiftung – etwa für Menschen mit schwerer Atemnot oder Muskel- und Gelenkerkrankungen.

Wer nur Anspruch auf ein Standardmodell hat, aber trotzdem einen besseren Rollator will, muss dafür selbst bezahlen. Die Krankenkasse schießt dann Geld zu – meist etwa so viel, wie sie auch für einen Standardrollator bezahlen würde.

Weitere Informationen

www.test.de
Rollatoren-Test der Stiftung Warentest (zum Teil kostenpflichtig)

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