Berlin (dpa). Beim Umgang mit opioidhaltigen Schmerzpflastern ist Pflegeexperten zufolge Achtsamkeit gefordert. „Ein opioidhaltiges Schmerzpflaster ist kein Wundpflaster, es ist ein Medikament“, heißt es in einem aktualisierten Leitfaden des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK). Vorm Aufkleben eines neuen Pflasters müsse das alte zunächst unbedingt entfernt werden, da sonst eine lebensgefährliche Überdosierung drohe. Eine veränderte Dosisstärke solle nicht ohne Absprache mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt genutzt werden, so der Rat. Herumliegen lassen sollte man neue ebenso wie gebrauchte Pflaster nicht, wird gewarnt: Bei damit spielenden Kleinkindern sei es schon mehrfach zu teils tödlichen Vergiftungen gekommen.
Opioidhaltige Schmerzpflaster sind verbreitet
Bundesweit sind nach Angaben der Deutschen Schmerzgesellschaft rund 23 Millionen Menschen von chronischen Schmerzen betroffen. Um ihre Beschwerden zu lindern oder erträglicher zu machen, greifen demnach viele Menschen auf opioidhaltige Schmerzpflaster zurück.
Wenn sich Betroffene nicht selbst oder nur eingeschränkt versorgen können, müssten Angehörige angeleitet werden, erklärte der Pflegeexperte Sascha Bülow vom Berufsverband zum Aktionstag gegen den Schmerz am heutigen 7. Juni. Opioidhaltige Schmerzpflaster kommen etwa nach einer Operation, bei Krebserkrankungen oder nach einem Bandscheibenvorfall zum Einsatz. Sie seien in der Schmerztherapie weit verbreitet und wegen ihrer recht einfachen Anwendbarkeit etabliert, sagte Bülow.
Vorsicht vor Wechselwirkungen
Zu den Hinweisen im Leitfaden gehört auch, dass die Pflaster bei Röntgenaufnahmen oder im Computertomographen abzunehmen sind, da sich darin enthaltende Metallteile stark erhitzen können. Auch sollten Betroffene wissen, dass Wärme – etwa bei Fieber, durch eine Wärmflasche oder heißes Wasser – die Wirkstoffabgabe verstärken und zu einer gefährlich hohen Dosierung führen kann. Auch seien Wechselwirkungen mit Schlafmitteln oder Alkohol zu beachten.
Der geübte Umgang mit den Pflastern ist für Bülow auch deshalb wichtig, weil so nicht nur Schmerzen gelindert werden können – auch das Gefühl der Machtlosigkeit gegenüber den Schmerzen lasse sich verringern.
