Berlin (dpa/aok). Mehrere Untersuchungen zur Früherkennung von Krebs sind während der Corona-Krise einer Analyse zufolge weniger in Anspruch genommen worden. Etwa bei der Hautkrebsvorsorge verstärkte sich der Rückgang im ersten Quartal dieses Jahres, wie der Bundesverband der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) am Mittwoch in Berlin mitteilte.
Nach der Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK sei die Teilnahmezahl der gesetzlich Versicherten an der Hautkrebsvorsorge um 19,7 Prozent unter das Niveau des Vergleichszeitraums von 2019 vor der Pandemie gesunken. Bei Untersuchungen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs habe es im ersten Quartal 2022 ein Minus von knapp zwölf Prozent gegeben.
Weniger ausgeprägt waren die Rückgänge bei der Prostatakrebs-Früherkennung (minus 3,4 Prozent im Gesamtjahr 2021 und minus vier Prozent im 1. Quartal 2022). Beim Mammographie-Screening hat sich die Situation nach starken Einbrüchen in der ersten Phase der Pandemie weitgehend normalisiert.
Plus bei der Darmkrebsvorsorge
Bei den Koloskopien zur Früherkennung von Darmkrebs ist gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 sogar ein Plus von 4,7 Prozent im Jahr 2021 und von 17,1 Prozent im 1. Quartal 2022 festzustellen. „Hier wirken sich die Ausweitung des Kreises der anspruchsberechtigten Versicherten und das Einladungswesen positiv aus“, so AOK-Vorständin Carola Reimann.
Reimann sagte: „In der Pandemie versäumte Untersuchungen sollten nachgeholt werden.“ Der 28. November soll zusammen mit der Deutschen Krebsgesellschaft zu einem jährlichen „Tag der Krebsvorsorge“ erklärt werden. Dies solle die Aufmerksamkeit steigern und motivieren, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, sagte der Präsident der Krebsgesellschaft, Thomas Seufferlein. Würden Tumore bereits in einem frühen Stadium entdeckt, seien Heilungschancen für viele Krebsarten besser.
