München (tö). Verbraucherinnen und Verbraucher sollten beim Kauf von Produkten, für deren hohen Proteingehalt geworben wird, vorsichtig sein. Darauf hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) aufmerksam gemacht. Oft seien solche Esswaren „nicht proteinreicher als vergleichbare Lebensmittel ohne solche Werbung“. Außerdem seien sie „oft teurer als Vergleichsprodukte“, warnen die Verbraucherschützer. Dies hat laut vzbv ein Marktcheck des Portals Lebensmittelklarheit.de ergeben. Der Verband fordert deshalb, Konsumenten vor solchen Tricksereien besser zu schützen.
Viele Menschen achten auf ihre Ernährung, nicht zuletzt um auch im Alter möglichst gesund zu bleiben. Ob Käse mit „hohem Proteingehalt“, ein „vegetarischer Snack“ oder eine Erdnussbutter als „Proteinquelle“ – entsprechend wachsen die Angebote für Produkte, die mit „Protein“ oder „Eiweiß“ werben und so gesundheitsbewusste Menschen ansprechen. Die Verbraucherschützer stellen dazu jedoch fest: „Die Proteinversorgung in Deutschland ist vollkommen ausreichend, und für die meisten bringt der Verzehr von Protein-Spezialprodukten keinen gesundheitlichen Nutzen.“
Verbraucherschützer fordern schärfere Richtlinien
Bei dem Marktcheck wurden 59 Protein-Produkte sowie 57 Vergleichsprodukte relevanter deutscher Handelsketten untersucht. Das Ergebnis: Bei knapp der Hälfte der Produkte wurde bereits im Produktnamen mit „Protein“ oder „Eiweiß“ geworden. Knapp ein Viertel der mit „Protein“ beworbenen Produkte hatte keinen oder einen nur geringfügig höheren Proteingehalt als ein Vergleichsprodukt ohne Proteinwerbung. Elf Produkte enthielten laut vzbv „zu viel Salz“, neun Produkte „zu viel Fett“. Und 49 von 57 Produkten der „Protein-Waren“ waren teurer als Vergleichsprodukte mit ähnlichem Proteingehalt, aber ohne Protein-Werbung. Die Verbraucherschützer verlangen deshalb von der Europäischen Kommission, die Richtlinien für die Angaben der Hersteller zu verschärfen.