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WHO: Impfmüdigkeit Gefahr für globale Gesundheit

Masern und andere Erkrankungen treten wieder häufiger auf, obwohl es wirksame Impfstoffe gibt. Der Ruf nach einer Impfpflicht wird lauter.

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Ärztin zieht Spritze aus Serum-Ampulle auf.  Bild: IMAGO / Shotshop / Studio_77-28

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Genf (dpa). Mangelnde Impfbereitschaft zählt laut der Weltgesundheitsorganisation WHO zu den gegenwärtig größten Gesundheitsrisiken der Welt. Sie drohe die Fortschritte bei der Bekämpfung von Krankheiten zunichte zu machen, die mit Impfungen vermeidbar sind. Die Verbesserung der Impfbereitschaft gehört deshalb laut WHO zu den vorrangigen Zielen für die kommenden Jahre. Zuerst berichtete „stern.de“ über die WHO-Mitteilung.

Gründe für die Impfmüdigkeit: Nachlässigkeit und mangelndes Vertrauen

Als weitere maßgebliche Gefahren für die Gesundheit der Menschen weltweit sieht die WHO die Luftverschmutzung, die Ausbreitung Antibiotika resistenter Keime, die Übergewichts-Epidemie und das Auftauchen gefährlicher Erreger wie Ebola.

Impfungen verhindern laut WHO jährlich zwei bis drei Millionen Todesfälle. Weitere 1,5 Millionen könnten hinzukommen, wenn weltweit mehr Menschen geimpft würden. Die Gründe für die Impfmüdigkeit seien vielfältig. Dazu gehörten schlichte Nachlässigkeit, der schwierige Zugang zu Impfstoffen oder mangelndes Vertrauen.

Zahl der Masern-Fälle um ein Drittel gestiegen

Welche Folgen das haben kann, verdeutlichte die Organisation am Beispiel der Masern: Weltweit sei die Zahl der Fälle im Jahr 2017 um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Auch in einigen Ländern, die bereits kurz vor der Ausrottung der Krankheit gestanden hätten, gebe es wieder mehr Fälle.

Zu einem Anstieg der Masern-Fälle kam es zuletzt auch in der WHO-Region Europa: Im Jahr 2017 seien dort 23.927 Menschen erkrankt – 2016 waren es nur 5.273. Auch in Deutschland gibt es immer wieder Ausbrüche, die jährlichen Fallzahlen schwanken erheblich.

Impfpflicht wird diskutiert

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sprach sich angesichts der Entwicklung für eine Impfpflicht aus. „Ich selbst befürworte bei einer so gefährlichen Krankheit wie den Masern eine Impfpflicht“, sagte Lauterbach der Zeitung „Die Welt“. Er werde „auf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zugehen und ihm empfehlen, dass wir in Deutschland eine neue Diskussion über die Notwendigkeit einer Impfpflicht führen, da sich die bisherigen Kampagnen für eine freiwillige Impfung als nicht hinreichend erwiesen haben“.

Im laufenden Jahr will die WHO unter anderem die Bekämpfung von Gebärmutterhalskrebs über eine Ausweitung der HPV-Impfungen vorantreiben. Auch die Ausrottung von Polio in Afghanistan und Pakistan sei ein wichtiges Ziel.

Weitere Informationen

www.rki.de
RKI zu Masern

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