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Wie sich Asthma in den Lebensphasen verändert

Millionen Menschen in Deutschland leiden an Asthma. Doch die Krankheit ist nicht statisch, sie kann sich verändern. Besonders für Jugendliche gibt es Hoffnung.

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Mädchen auf einer Wiese benutzt Asthma-Inhalator. Bild: IMAGO / Westend61 / Louis Christian

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München (dpa). Es pfeift beim Atmen, die Luft wird knapp: Asthma ist eine weit verbreitete Krankheit in Deutschland. Mit der richtigen Behandlung könne man den Verlauf einer Asthma-Erkrankung beeinflussen, sagt Erika von Mutius, Direktorin des Münchner Helmholtz Environmental Health Centers sowie Direktorin des Instituts für Asthma- und Allergieprävention (IAP). So könne man erreichen, dass Kinder und Erwachsene möglichst wenig Beschwerden haben. Heilbar sei die Erkrankung, auf die am Welt-Asthma-Tag am 6. Mai aufmerksam gemacht werden soll, nicht. 

In den verschiedenen Lebensphasen kann sich Asthma aber verändern und sogar von allein verschwinden. Ein Überblick:

Kindheit

Die meisten Asthma-Erkrankungen treten in den ersten vier Lebensjahren auf, wie von Mutius sagt: „Etwa 80 Prozent der Neuerkrankungen finden in frühen Jahren statt.“ Asthma sei eine „sehr variable“ Erkrankung, die sehr individuell verlaufe, das hänge beispielsweise davon ab, ob andere Allergien wie Heuschnupfen oder Lebensmittelallergien beteiligt seien. Zudem gebe es Risikofaktoren, die Asthma auslösen könnten – etwa Virusinfektionen oder Rauchen im Umfeld.

„Ziel einer Behandlung ist es, dass die Kinder ein normales Leben führen können, auch mit Sport. Man kann die Medikamente inzwischen so gut einstellen, dass die Kinder normal belastbar sind“, sagt Expertin von Mutius.

Die Zahl der an Asthma erkrankten Kinder sei bis zur Jahrtausendwende angestiegen, jetzt sei sie auf einem hohen Niveau stabil. „Jedes zehnte Kind leidet an Asthma, das ist erheblich.“

Jugend

Die gute Nachricht: Bei Kindern ist die Prognose, dass die Krankheit wieder verschwindet, gut, wie von Mutius sagt. Gerade in der Pubertät könne sich Asthma wieder verwachsen, vor allem bei Jungen. „Das hängt aber vom Schweregrad ab. Bei einem leichteren Verlauf ist die Chance größer, dass die Krankheit in der Pubertät wieder verschwindet.“ Bei Mädchen beginne sie häufig erst in oder nach der Pubertät. „Warum, das hat man noch nicht verstanden.“

Erwachsene

Am häufigsten trete Asthma im Kindesalter erstmals auf, es gebe aber auch Asthmaformen, die sich erst im Erwachsenenalter ausbilden, sagt Christian Taube, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). „Asthma kann zu allen Lebenszeiten entstehen.“

Frauen in der Schwangerschaft

In einer Schwangerschaft sei der Verlauf der Asthma-Erkrankung unterschiedlich, sagt Taube: Bei einem Drittel der Frauen würden die Symptome schlechter, bei einem Drittel blieben sie gleich, beim weiteren Drittel würden sie besser. Taube, der auch die Klinik für Pneumologie der Universitätsmedizin Essen leitet, betont zudem, dass es wichtig sei, dass betroffene Schwangere weiterhin ihre Sprays nehmen: „Es ist ganz wichtig, dass die inhalativen Medikamente nicht abgesetzt werden. Diese Medikamente sind sicher. Es ist wichtig, dass das Asthma stabil bleibt, sonst kann die Situation gefährlich werden.“

Ü50-Jährige

Bei Menschen ab 50 sei es wichtig, dass Asthma richtig diagnostiziert wird, etwa auch in Abgrenzung zur chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), sagt Taube. Er betont aber auch: „Es gibt schwere Verläufe. Aber unabhängig davon haben Betroffene eine normale Lebenserwartung.“ 

Eine Behandlung ist immer wichtig

„Asthma ist zwar bisher nicht heilbar, aber in den meisten Fällen gut behandelbar“, fasst der Verband Pneumologischer Kliniken zusammen. Bei unbehandeltem Asthma seien mit zunehmender Krankheitsdauer dagegen bleibende Schäden in den Atemwegen der Patienten zu befürchten. Und er mahnt: „Grundsätzlich können Verschlechterungsschübe und Asthmaanfälle unabhängig davon, wie schnell sie sich entwickeln, schwerwiegend verlaufen und ohne eine geeignete Behandlung sogar zum Tode führen.“

Genaue Zahlen über die Erkrankten in Deutschland gibt es nicht. Nach Angaben des Wissenschaftlichen Instituts der AOK waren 2023 deutschlandweit 3,68 Millionen Menschen an Asthma erkrankt. Andere Organisationen sprechen von deutlich mehr Patientinnen und Patienten. Das liege daran, dass international verschiedene Definitionen von Asthma bronchiale existieren, heißt es beim Lungeninformationsdienst, den Helmholtz Munich und das Deutsche Zentrum für Lungenforschung gemeinsam anbieten. 

Zudem gebe es viele verschiedene Erhebungsmöglichkeiten – vom Fragebogen bis zur Lungenfunktionsprüfung: „Zusammen führt das dazu, dass die Ergebnisse von Studien zur Asthma-Epidemiologie voneinander abweichen und oft nur eingeschränkt miteinander vergleichbar sind.“


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