Rente / 08.12.2020

Heil will wohl Rentenpflicht für Selbstständige unter 35

Medienberichte: Wer im Jahr 2024 Unternehmer und unter 35 Jahre alt ist, soll zur Altersvorsorge gesetzlich verpflichtet werden.

Bild zum Beitrag "Heil will wohl Rentenpflicht für Selbstständige unter 35". Das Bild zeigt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.

Hubertus Heil, Bundesarbeitsminister

Berlin (dpa/sth). Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) plant nach übereinstimmenden Medienberichten eine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige, die ab dem Jahr 2024 greifen soll. Das gehe aus einem Eckpunkte-Papier seines Ministeriums hervor, berichten das Nachrichtenportal „ThePioneer“ und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Die Betroffenen sollen demnach entweder in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen müssen oder in Verträge, die das gleiche Leistungsspektrum abdecken.

Die von Heil geplante Vorsorgepflicht solle nicht nur für alle künftig Selbstständigen gelten. Sie würde auch alle Freiberufler erfassen, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens unter 35 Jahren und nach derzeitigem Recht nicht versicherungspflichtig sind. Nach Heils Plänen würden auch nebenberuflich tätige Selbstständige in die Versicherungspflicht einbezogen – nicht aber geringfügig Tätige mit bis zu 450 Euro Einkommen im Monat.

Der FAZ zufolge sollen Selbstständige – wie schon bisher für rentenversicherungspflichtige Unternehmer obligatorisch – den Altersvorsorgebeitrag in voller Höhe selbst zahlen. Dabei dürfen sie laut Bericht zwischen dem sogenannten Regelbeitrag oder – bei einem Jahreseinkommen von weniger als rund 40.000 Euro – einem einkommensgerechten Beitrag wählen. Der Regelbeitrag liegt im Jahr 2021 bei etwa 612 Euro monatlich.

Eine Sprecherin des Arbeitsministeriums teilte dazu am Montag lediglich mit, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) arbeite aktuell an einem Gesetzentwurf zur Umsetzung der im Koalitionsvertrag angekündigten Einbeziehung der Selbstständigen in das System der Alterssicherung, die nicht anderweitig abgesichert sind. „Die genaue Ausgestaltung bleibt abzuwarten.“

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Autor

 Deutsche Presseagentur