Berlin (sth). Freiwillige Zahlungen von Rentenbeiträgen zum Ausgleich von Abschlägen, die bei einem vorzeitigen Rentenbeginn anfallen, haben im Jahr 2022 eine neue Rekordhöhe erreicht. Wie aus Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hervorgeht, die ihre-vorsorge.de vorliegen, stieg die Summe der für diesen Zweck gezahlten Sonderbeiträge von Versicherten im vorvergangenen Jahr auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Im Jahr 2021 hatten die gesetzlichen Rentenversicherer etwa 750 Millionen Euro für Sonderbeiträge eingenommen.
Im Jahr 2022 nutzten vermutlich deshalb besonders viele Beschäftigte das Angebot der Rentenversicherung, weil die Sonderbeiträge wegen eines Pandemie-Effekts besonders günstig waren. Im vergangenen Jahr sank die Summe der gezahlten freiwilligen Beiträge nach jüngsten Angaben der Deutschen Rentenversicherung zwar um schätzungsweise 5,6 Prozent. Dennoch erklärte Rüdiger Herrmann, Vorsitzender der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund: „Die Zahlungen sind ein Zeichen für das Vertrauen der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler in die Verlässlichkeit und die Sicherheit der gesetzlichen Rentenversicherung."
Die Zahl über 50-jähriger Beschäftigter, die 2022 neben den Beiträgen für ihren Job Sonderbeiträge an die Rentenversicherung überwiesen, stieg nach DRV-Angaben gegenüber dem Vorjahr um 64,0 Prozent auf 68.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Im Jahr 2021 hatten laut DRV etwa 41.500 Beschäftigte diese Möglichkeit genutzt. Zum 1. Juli 2017 war mit dem „Flexirentengesetz“ die Möglichkeit, durch freiwillige Beitragsleistungen Rentenminderungen auszugleichen, vom 55. auf das 50. Lebensjahr gesenkt worden.
