Frankfurt (sth). Gesetzlich rentenversicherte Beschäftigte haben im vergangenen Jahr offenbar erstmals mehr als eine Milliarde Euro freiwillig in die Rentenkassen eingezahlt, um die bei einem vorzeitigen Rentenbeginn anfallenden Abschläge ganz oder teilweise auszugleichen. Diese Summe ergibt sich aus Äußerungen der Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund, Gundula Roßbach, in einem Zeitungsinterview vom Wochenende. Demnach seien die Einnahmen der Rentenversicherung durch sogenannte Sonderbeiträge 2022 gegenüber dem Vorjahr um 45 Prozent gestiegen. Im Dezember vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass die gesetzlichen Rentenversicherer 2021 etwa 752 Millionen Euro als Sonderbeiträge eingenommen hätten.
Sollte die Zahl über 50-jähriger Beschäftigter, die neben den Beiträgen für ihren Job zusätzliche Rentenbeiträge an die Rentenversicherung überwiesen haben, ähnlich gestiegen sein wie die Beiträge, müssten im vergangenen Jahr etwa 60.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Sonderbeiträge gezahlt haben. Im Jahr 2021 waren es laut kürzlich bekannt gewordenen DRV-Daten etwa 41.500 gewesen. Unklar ist, ob sich der starke Aufwärtstrend bei den Zusatzbeiträgen auch in diesem Jahr so fortsetzt wie in den Vorjahren. Im vergangenen Jahr hatten viele Beschäftigte das Angebot der Rentenversicherung vermutlich deshalb genutzt, weil die Sonderbeiträge wegen eines Pandemie-Effekts besonders günstig waren.
