München (tö). Alte Menschen in Deutschland halten sich, gemessen an anderen Bewohnern der Europäischen Union (EU) in ihrem Alter, für vergleichsweise eher krank. So schätzten vier von zehn der über 65-Jährigen in der EU ihren eigenen Gesundheitszustand im Jahr 2024 als sehr gut oder gut ein. Anders die Bundesbürger: Nur gut ein Drittel der Älteren gab an, wohlauf zu sein. Dies ergab eine Befragung von Seniorinnen und Senioren von Eurostat, der EU-Statistikbehörde, über die das Deutsche Institut für Wirtschaft (IW) berichtete. Demnach halten sich Iren, Belgier und Luxemburger, gefolgt von Dänen, Niederländern und Schweden für besonders fit.
In Irland fühlen sich die meisten Senioren gesund
Besonders positiv fällt die Selbsteinschätzung in Irland aus. Dort hielten sich 62 Prozent der über 65-Jährigen im Jahr 2024 für gesund. Auch in den Benelux-Staaten und in Skandinavien wird der eigene Gesundheitszustand mit Werten von deutlich über 50 Prozent eher positiv eingeschätzt. Ein weiteres Ergebnis: Männer mit über 65 Jahren beurteilen ihren Gesundheitszustand in fast allen EU-Ländern weit häufiger als gut oder sehr gut, als es die Seniorinnen tun – obwohl die Lebenserwartung von Männern niedriger ist als die von Frauen.
Dass Menschen im Rentenalter hierzulande ihren Gesundheitszustand eher pessimistisch beurteilen, hält das IW für „wenig überraschend“. Zwar dürfte die medizinische Versorgung in der EU und damit auch in Deutschland „wohl zu den besten gehören“, so die Ökonomen. Das schlage sich aber „nicht unmittelbar in der Selbstwahrnehmung der Bevölkerung nieder“, wie die Befragung von Eurostat zeige.
Für die in Deutschland gerade laufende Debatte über die Rentenreform und Reform der privaten Altersvorsorge sind die Ergebnisse der Befragung durchaus aufschlussreich. Schließlich werden und können Menschen nur länger arbeiten, wenn sie sich gesundheitlich dazu in der Lage sehen und sind. Das gilt besonders für körperlich belastende Tätigkeiten.
