München (tö). Wie hoch ist wohl meine Rente? Diese Frage beschäftigt nicht nur diejenigen, die in den nächsten Jahren ihre Rente bekommen werden. Auch Jüngere fragen sich, was sie für ihre eingezahlten Beiträge einmal als Gegenwert erhalten werden. Auskunft darüber gibt die jährliche „Renteninformation“, die die Deutsche Rentenversicherung (DRV) per Post an Versicherte schickt, die mindestens 27 Jahre alt sind und fünf Jahre Beitragszeiten erworben haben. Wer mehr wissen will, kann jetzt einen Blick in die neu aufgelegte Broschüre der DRV „Rente: So wird sie berechnet“ werfen. Darin erläutert die Rentenversicherung im Detail, wie die Rentenformel funktioniert, also welche Faktoren eine Rolle für die Berechnung der Rente spielen.
Natürlich ist die Berechnung einer persönlichen Rente kompliziert, weil dabei der persönliche Lebenslauf und die individuell gezahlten Beiträge zu berücksichtigen sind. „Wer länger als andere Beiträge einzahlt oder höhere Beiträge, der wird später in der Regel auch eine höhere Rente erhalten“, heißt es in dem Informationsheft. Trotzdem kann man sich ein Bild von seiner zukünftigen Rente machen, wenn man weiß, wie die Berechnung funktioniert. Dabei sind einige Faktoren wichtig.
Wichtige Faktoren bei der Berechnung der Rente
Entgeltpunkte und Rentenpunkte
Die Entgeltpunkte: Sie sind entscheidend für die individuelle Rentenhöhe. Wie viele Rentenpunkte einem Erwerbstätigen pro Jahr gutgeschrieben werden, orientiert sich am durchschnittlichen Einkommen aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Verdient ein gesetzlich rentenversicherter Erwerbstätiger in einem Jahr genau so viel wie der Durchschnitt aller gesetzlich Rentenversicherten, erhält er dafür einen Rentenpunkt. Liegt das Entgelt höher, erhält man einen höheren Entgeltpunktwert. Lag es darunter, erhält man weniger als einen Entgeltpunkt. Dieses Durchschnittsentgelt beläuft sich 2026 auf vorläufig 51.944 Euro im Jahr oder 4.329 Euro im Monat.
Rentenwert, Zugangsfaktor und Rentenartfaktor
Der Rentenpunkt wiederum entspricht einem Rentenwert. Dieser Rentenwert liegt aktuell bei 42,52 Euro (seit 1. Juli 2026). Der Rentenwert wird jährlich am 1. Juli angepasst, das ist die jährliche Rentenerhöhung, wenn es nicht ausnahmsweise mal eine Nullrunde gibt.
Der Zugangsfaktor: Damit werden Zu- und Abschläge bei der Rentenberechnung berücksichtigt. Wenn beides nicht zutrifft, beträgt der Faktor 1,0. Abschläge fallen an, wenn die Rente vorzeitig in Anspruch genommen wird. Einen Zuschlag gibt es, wenn ein Versicherter nach Erreichen der Regelaltersgrenze zunächst auf seine Altersrente verzichtet.
Der Rentenartfaktor: Dieser bestimmt die Höhe der Rente je nach Rentenart.
Gesetzliche und private Rentenversicherungen im Vergleich
In der Broschüre stehen auch Hinweise, wie gut oder schlecht die gesetzliche Rentenversicherung im Vergleich zu privaten Rentenversicherungen abschneidet. „Diesen Vergleich muss die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung nicht scheuen“, stellt die DRV in dem Informationsheft fest. Dort findet sich dazu diese Musterrechnung:
Ein Versicherter erhielt von Anfang 1981 bis Ende 2025, also 45 Jahre lang, in den alten Bundesländern immer genau das jeweilige Durchschnittsentgelt aller Versicherten und zahlte dafür entsprechend Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Für diesen Zeitraum haben er und sein Arbeitgeber insgesamt rund 250.913 Euro an Beiträgen gezahlt. Daraus bekommt der Versicherte zurzeit eine monatliche Rente von 1.913 Euro.
Zusätzlich erhält er einen Zuschuss zur Krankenversicherung. „Wenn man von einer durchschnittlichen Lebenserwartung ausgeht, beträgt die Rendite in diesem Modellfall etwa drei Prozent. Abhängig von Geschlecht, Familienstand und Alter bei Rentenbeginn kann es zu geringen Abweichungen kommen“, heißt es dazu in der Broschüre.
Diese Rendite gibt aber nur einen Teil der Leistungen der Rentenversicherung wieder. Denn bei der Betrachtung der Rendite sind auch Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung zu berücksichtigen, die es neben der Altersrente oder bei Bedarf gibt. Dazu zählen zum Beispiel Rehabilitationsleistungen, die Absicherung des Erwerbsminderungsrisikos und Renten an Hinterbliebene.
Die Broschüre „Rente: So wird Sie berechnet“ können Sie online herunterladen oder für den Postversand kostenlos bestellen.
