Berlin (sth). Die Zahlung von Sonderbeiträgen an die Rentenversicherung, um bei einem vorzeitigen Rentenbeginn keine oder nur geringe Abschläge in Kauf nehmen zu müssen, wird immer beliebter. Das geht aus statistischen Analysen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hervor, die ihre-vorsorge.de vorliegen. Zahlten im Jahr 2014 noch keine 1000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Zusatzbeiträge in die Rentenkassen ein, waren es 2021 bereits knapp 41.500. Und im Vorjahr - für das noch keine Daten vorliegen - dürften es wegen eines Sondereffekts noch deutlich mehr gewesen sein: Da 2020 wegen der Corona-Pandemie der Durchschnittsverdienst der Beschäftigten gesunken war, schrumpften - zeitversetzt - im Jahr 2022 die Bemessungsgrenzen für die Höhe der Rentenbeiträge. Deshalb war es im vergangenen Jahr besonders attraktiv, Sonderbeiträge zum Ausgleich drohender Rentenabschläge zu zahlen.
Möglich ist die Überweisung von Sonderbeiträgen seit 2017 bereits ab dem 50. Lebensjahr - zuvor ab 55. Doch Gebrauch machen von diesem erweiterten Angebot bisher nur wenige Tausend Versicherte, wie aktuelle DRV-Daten zeigen. Im Alter von 50 Jahren zahlten demnach im Jahr 2021 nicht einmal 500 Beschäftigte zusätzliche Rentenbeiträge, im Alter von 54 waren es immerhin knapp 2000. Interessant wird die Offerte der Rentenversicherung aber offenbar erst für diejenigen, die bereits näher an das Rentenalter heranrücken. So zahlten im Alter von 58 und 59 Jahren jeweils knapp 4000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Zusatzbeiträge für eine frühzeitige Rente, im Alter von 60 bis 62 Jahren waren es etwa 4500 Beschäftigte pro Jahrgang.
Bemerkenswert: Von den knapp 5,3 Millionen versicherungspflichtigen ausländischen Beschäftigten, die 2021 für ihren Job Beiträge an die deutschen Rentenkassen zahlten, überwiesen nicht einmal 700 Sonderbeiträge für einen vorgezogenen Rentenbeginn ohne hohe Abschläge. Die meisten von ihnen stammten den DRV-Daten zufolge aus Österreich (125), Frankreich (69), Türkei (61), Italien (48), Großbritannien (47) und Spanien (46).
