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Demografische Entwicklung belastet ländliche Räume im Osten

Digitaler Nationalatlas setzt die Anteile 18- bis 24-Jähriger in den 400 Landkreisen und kreisfreien Städten in Beziehung zum Bundesdurchschnitt.

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Das Bild zeigt eine Deutschlandkarte des Leibniz-Instituts für Länderkunde

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Leipzig (idw/sth). Der sinkende Anteil jüngerer Menschen belastet vor allem die ländlichen Räume in Ostdeutschland. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Deutschlandkarte im digitalen "Nationalatlas aktuell" des in Leipzig ansässigen Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) hervor. Sie zeigt die räumlichen Unterschiede auf, die der beruflich oder durch das Studium bedingte Auszug von 18- bis 24-Jährigen aus dem Elternhaus und der Wechsel in eine andere Region Deutschlands mit sich bringt.

Um diese Unterschiede besser abbilden zu können, hat der IfL-Bevölkerungsgeograf Tim Leibert die Anteile der 18- bis 24-Jährigen in den 400 Landkreisen und kreisfreien Städten mit dem Bundesdurchschnitt in Beziehung gesetzt. Die auf dem sogenannten Lokationsquotienten basierende IfL-Karte zeigt ein deutliches Gefälle zwischen Stadt und Land sowie zwischen Ost- und Westdeutschland. Sie verdeutlicht die schwierige demografische Lage in den meisten ländlichen Räumen und insbesondere in den strukturschwachen Regionen Ostdeutschlands.

"Manche Kreise sind nicht nur überaltert, sondern auch unterjüngt"

„Überspitzt gesagt könnte man diagnostizieren, dass diese Kreise nicht nur überaltert, sondern auch unterjüngt sind“, erklärt Tim Leibert. Der Demografie-Experte sieht darin ein Warnzeichen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Einer großen Zahl von Beschäftigten, die in den nächsten 15 Jahren in Rente gehen, stünde eine geringe und rückläufige Zahl von Nachwuchskräften gegenüber. Kurz- bis mittelfristig sei deshalb damit zu rechnen, dass freiwerdende Stellen nur schwer besetzt werden können. Hierdurch könne die wirtschaftliche Existenz einzelner Unternehmen bedroht sein, so Leibert.

Überdurchschnittliche Anteile junger Erwachsener verzeichnen die meisten kreisfreien Städte und kreisangehörige Universitätsstädte wie Gießen, Konstanz, Marburg oder Tübingen. In den 15 größten Städte liegt der Lokationsquotient dagegen nur leicht über dem Mittelwert, teilweise sogar etwas darunter. Grund könnten die für viele Studierende und Berufseinsteiger zu hohen Wohnungs- und Lebenshaltungskosten in den Metropolen sein.

Mehr zum Thema

  • Unter https://aktuell.nationalatlas.de veröffentlicht das Leibniz-Institut für Länderkunde regelmäßig Kartenbeiträge zu Themen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Politik, Gesundheit und Umwelt. Alle Karten, Diagramme und Fotos sind dort online verfügbar und stehen zusätzlich als PDF-Dokumente zum Download bereit. Auf Wunsch können die Materialien in Druckqualität zur Verfügung gestellt werden.

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