Berlin/Frankfurt (sth). Der jahrelange Aufwärtstrend bei den Sonderbeitragszahlungen zur Rentenversicherung, um die bei einem vorzeitigen Rentenbeginn anfallenden Abschläge zu vermeiden, ist vorerst gestoppt. Nach aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) sank die Zahl versicherungspflichtiger Beschäftigter, die nach dem 50. Geburtstag zusätzliche Beiträge an die Rentenkassen zahlten, im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um rund 18.000 auf rund 50.000 Menschen. “Dies entspricht einem Rückgang um 26,6 Prozent”, teilte die DRV jetzt mit.
Auch die Summe der zur Abschlagsvermeidung eingezahlten Beiträge ging nach DRV-Angaben im vorvergangenen Jahr deutlich zurück. Wie der damalige Vorsitzende des DRV-Bundesvorstands, Alexander Gunkel, im November 2023 erklärte, waren diese Beiträge in jenem Jahr “das erste Mal seit vielen Jahren rückläufig”. Nach aktuellen DRV-Daten machten sie 2023 etwa 916 Millionen Euro aus - knapp 200 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor. Als Grund dafür nannte Gunkel, dass “der Abkauf von Abschlägen für die Versicherten teurer als im letzten Jahr” gewesen sei. 2022 hatte sich die Zahlung von Sonderbeiträgen wegen des pandemiebedingten Rückgangs des Durchschnittsverdiensts im Jahr 2020 als besonders attraktiv erwiesen.
Seit Mitte 2017 können rentenversicherte Beschäftigte bereits ab dem 50. Lebensjahr - statt zuvor ab dem 55. - Sonderbeiträge zahlen, um Rentenabschläge bei einem vorzeitigen Rentenbeginn zu vermeiden. Die Beiträge sind jedoch nicht ganz billig (siehe Tabelle oben). Wer die Zahlung von Sonderbeiträgen plant, kann dafür bei der Rentenversicherung eine “Auskunft über die Höhe der Beitragszahlung” beantragen.
