Lübeck (drv/sth). Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Nord blickt angesichts des Bruchs der Regierungskoalition mit Sorgen auf die rentenpolitischen Entwicklungen in Berlin. "Die Frage, wer die finanziellen Lasten einer alternden Gesellschaft tragen soll, ist zu einer Zerreißprobe für unser politisches System geworden", sagte Jens-Arne Meier, alternierender Vorstandsvorsitzender des Regional-Rentenversicherers für Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg, jetzt vor der Vertreterversammlung in Lübeck.
Es werde viel über Generationengerechtigkeit gesprochen, aber wenig Konkretes dafür getan, sagte Meier und betonte: "Ein stabiles Rentensystem ist nicht nur ein Versprechung an die Älteren, sondern eine Investition in unsere gemeinsame Zukunft. Wir brauchen eine Lösung, die sowohl gerecht als auch nachhaltig ist." Nur gemeinsam könne ein Rentensystem geschaffen und erhalten werden, das auch künftigen Generationen eine solide Basis biete, so Meier. Der wichtigste Vertreter der Arbeitgeberseite in der Selbstverwaltung der DRV Nord warnte davor, durch politischen Populismus und Machtspiele diesen Stabilitätsanker in Frage zu stellen. Anderenfalls werde “Wohlstand und sozialer Frieden in Deutschland fahrlässig gefährdet", sagte Meier.
Rekordhaushalt für 2025 geplant
Das “Parlament” des norddeutschen Regional-Rentenversicherungsträgers verabschiedete bei seiner Sitzung auch den Haushalt für das Jahr 2025. "Mit 16,3 Milliarden Euro planen wir für 2025 einen Rekordhaushalt", sagte Meier. Im Vergleich zu 2024 erhöht sich das Budget um fünf Prozent. Neben den Beiträgen zur Rentenversicherung in Höhe von rund 12,7 Milliarden Euro (2024: 12 Milliarden Euro) verbucht das Haus 3,5 Milliarden Euro (2024: 3,3 Milliarden Euro) an Einnahmen aus Bundeszuschüssen, mit denen nicht beitragsfinanzierte Leistungen erstattet werden. Auf der Ausgabenseite bilden die Renten mit rund 15,2 Milliarden Euro (2024: 14,4 Milliarden Euro) den größten Posten. Für die medizinische und berufliche Rehabilitation sind zudem weitere rund 334 Millionen Euro (2024: 300 Millionen Euro) eingeplant.
Mit Blick auf die von der DRV Nord finanzierten Reha-Leistungen berichtete Geschäftsführer Volker Reitstätter über den positiven Trend bei den hauseigenen Reha-Kliniken nach den Einbußen in Folge der Corona-Pandemie. "Wir wollen vier wirtschaftlich starke Kliniken betreiben. Deshalb investieren wir in die Zukunft unserer Kliniken", betonte er. Für die beiden Fachkliniken für Kinder und Jugendliche auf den Nordseeinseln Amrum und Sylt werde deshalb in Wohnraum für die Mitarbeitenden investiert. Dies sei angesichts des herausfordernden Umfelds ein entscheidender Faktor für die Personalgewinnung.
