Berlin (gdv/sth). Männer bekommen im Bundesdurchschnitt um die Hälfte mehr gesetzliche Rente als Frauen. Besonders groß ist die Lücke in den westdeutschen Bundesländern, heißt es in einer neuen Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos. Die Studie hat die Rentenzahlbeträge (die Nettorenten nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen, d. Red.) aller deutscher Landkreise für das Jahr 2023 ermittelt.
Während Frauen demnach im Bundesdurchschnitt einen Rentenzahlbetrag von monatlich 936 Euro erhielten, bekamen Männer 491 Euro mehr. Jedoch seien die Renten der Frauen innerhalb des vergangenen Jahrzehnts deutlich stärker gestiegen als die der Männer, heißt es in der Studie. Die Durchschnittsrente der Frauen sei von 2013 bis 2023 um 62 Prozent gestiegen, die der Männer nur um 30 Prozent. In Westdeutschland bekämen Männer sogar 66 Prozent mehr gesetzliche Rente als Frauen, sagte Moritz Schumann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des GDV, zu den neuen Daten.
Der große Geschlechter-Unterschied bei der Höhe der Renten ("Gender Pension Gap") spiegelt nach GDV-Angaben “typische Unterschiede in den Erwerbsbiografien von Männern und Frauen” wider. Da Männer sich bis heute nicht gleichberechtigt an der Kinderbetreuung und Pflege älterer Menschen ("Care-Arbeit") beteiligten, übernähmen Frauen vielfach diese Aufgaben. “Sie arbeiten deswegen häufiger in Teilzeit und unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit öfter und länger als Männer”, so der GDV. Außerdem arbeiteten sie häufiger in niedriger bezahlten Berufsfeldern und würden schlechter bezahlt. „Das führt dazu, dass Frauen weniger in Rentenkassen und Altersvorsorge einzahlen und im Alter dann finanziell schlechter dastehen als Männer. Das ist eine erhebliche Benachteiligung“, so Schumann.
