Ihre-Vorsorge Logo

Rentenversicherung widerspricht Rürup

Freiwillige Beitragszahlungen an die Rentenkassen untergraben nicht die Solidität der Rentenversicherung.

Artikel vorlesen

Tags

Autor / Quelle

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Berlin/Bad Homburg (sth). Mit einem bemerkenswerten Leserbrief hat die Deutsche Rentenversicherung (DRV) jetzt auf einen in der vergangenen Woche erschienenen Beitrag des Wirtschaftswissenschaftlers und ehemaligen Vorsitzenden der fünf Wirtschaftsweisen , Bert Rürup, im "Handelsblatt" reagiert. Der von Rürup erhobene Vorwurf, mit freiwilligen Beitragszahlungen an die Rentenversicherung lasse man sich auf ein betrügerisches Schneeballsystem ("Ponzi-System") ein, sei "falsch und unredlich", heißt es in dem Brief der Rentenversicherung. In einem Ponzi-Spiel beruhe die Rendite aus den Beiträgen zusätzlicher Mitspieler, "während die Rendite der Rentenversicherung auf dem Lohnwachstum u.a. aufgrund von Produktivitätsfortschritten basiert".

Rürup hatte in seinem Beitrag Forderungen von Politikern widersprochen, die seit 2017 ausgeweitete Möglichkeit von freiwilligen Beitragszahlungen an die Rentenversicherung noch stärker auszudehnen. Da in einer umlagefinanzierten Sozialversicherung alle Pflicht- und frewilligen Beiträge der Finanzierung der laufenden Leistungen dienten, würden freiwillige Beiträge das System "destabilisieren", warnte Rürup. Seine Begründung: Es sei nicht sichergestellt, "dass sich auch in der Zukunft genügend freiwillige Einzahler finden, damit in der Vergangenheit mit freiwilligen Beiträgen erworbene Ansprüche bedient werden können". Zudem sei der aktuelle Rendite-Vorsprung der gesetzlichen Rentenversicherung gegenüber sicheren Kapitalanlageformen wegen der zunehmenden Bevölkerungsalterung und der künftig wieder steigenden Zinsen "flüchtig", so Rürup.

Vergleich nur bei generell freiwilliger Versicherung nachvollziehbar

Der von Rürup angestellte Vergleich sei höchstens nachvollziehbar, wenn die Rentenversicherungspflicht generell aufgehoben und die Altersabsicherung künftig "ausschließlich auf freiwilliger Basis erfolgen würde", schreibt die Rentenversicherung jetzt in ihrer Replik. Tatsächlich hätten die Beitragseinnahmen im Jahr 2017 aber zu 99,7 Prozent auf Pflichtbeiträgen beruht, "nur etwa 0,3 Prozent auf freiwillig gezahlten Beiträgen". Selbst doppelt so hohe freiwillige Beitragszahlungen hätten "weder kurz- noch langfristig einen deutlichen Einfluss" auf den Beitragssatz und die Leistungen der Rentenversicherung, stellt die Rentenversicherung klar.

Auch in einem weiteren Punkt korrigieren die gesetzlichen Rentenversicherer den früheren Vorsitzenden von mehreren Expertenkommissionen zur Alterssicherung und langjährigen Chef des Sozialbeirats der Bundesregierung. Nicht nur Ansprüche auf eine private, kapitalgedeckte Altersvorsorge seien eigentumsrechtlich gesichert, so die Rentenversicherung. Anwartschaften aus der gesetzlichen Rentenversicherung würden "den stärksten Schutz (genießen), den unsere Rechtsordnung vorsieht: Sie unterfallen nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts der Eigentumsgarantie von Artikel 14 Grundgesetz und sind damit verfassungsrechtlich abgesichert", heißt es in dem Leserbrief. 

Mehr zum Thema:

www.handelsblatt.com

Link zum "Handelsblatt"-Beitrag von Altersvorsorge-Experte Bert Rürup über die möglichen Konsequenzen einer starken Ausweitung der freiwilligen Beitragszahlungen an die Rentenversicherung

Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Union und SPD streiten um Details bei der geplanten Rentenreform. Auch die Präsidentin des Sozialverbands und die Chefin der Rentenkommission beteiligen sich an der Debatte.

Time
1 Minuten

Bei einer Reha müssen Patientinnen und Patienten 10 Euro am Tag selbst tragen. Doch es gibt Ausnahmen und Grenzen.

Time
3 Minuten

Die Bundesregierung verteidigt die Anbindung der Rente an die Löhne im Vergleich zu Anpassungen auf Basis einer Preisindexierung.

Time
2 Minuten

Das rentenupdate der Deutschen Rentenversicherung Bund liefert Zahlen, Daten und Fakten zu aktuellen Themen rund um die Rente.

Time
3 Minuten

Krempelt die Koalition die Rente wie angekündigt um – trotz aller Widerstände auch in den Reihen von CDU und SPD? Schwarz und Rot bemühen sich, die Reihen zu schließen.

Time
1 Minuten

Die Deutsche Rentenversicherung bietet kostenlose Onlinevorträge zu unterschiedlichen Themen an – auch zur Frage, welche Leistungen Hinterbliebene erhalten können.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026