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Rentner zahlen höhere Mütterrente mit

DIW: 24 Prozent der Rentnerinnen würden von drittem Entgeltpunkt für die Erziehung älterer Kinder profitieren.

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Berlin (sth). Die 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland müssten die geplante erneute Erhöhung der Mütterrente teilweise mitfinanzieren. Das ergibt sich aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Den Berechnungen der Berliner Forscher zufolge würden die Kosten für den dritten Renten-Entgeltpunkt, den alle Mütter mit mindestens drei vor 1992 geborenen Kindern ab 2019 für jedes Kind erhalten sollen, bei etwa 3,5 Milliarden Euro pro Jahr liegen. Da aber die Renten weniger stark wachsen, wenn die Ausgaben steigen, "schätzen wir, dass die tatsächlichen Rentenausgaben für die Mütterrente II nach den Anpassungen um etwa 40 Prozent niedriger ausfallen", sagt DIW-Experte Hermann Buslei.

24 Prozent der heutigen Rentnerinnen würden nach Angaben des DIW vom Ausbau der Mütterrente profitieren. Insgesamt steige das Haushaltsnettoeinkommen der begünstigten Rentnerhaushalte um knapp vier Prozent, heißt es in dem Papier der DIW-Wissenschaftler Stefan Bach, Hermann Buslei und Michelle Harnisch; in den 20 Prozent der Rentnerhaushalte mit dem niedrigsten Einkommen würde es um sechs Prozent zunehmen. Am meisten zugute kämen die Regierungspläne laut der Studie Rentnerinnen mit Hinterbliebenenrente (+ 6,5 Prozent) und alleinlebenden Rentnerinnen ab dem 75. Lebensjahr (+ 8,5 Prozent).

Mütterrente ersetzt teilweise nicht genutzte Grundsicherung

Von der höheren Mütterrente nicht begünstigt wären laut DIW allerdings einkommensschwache Rentnerinnen, die die Grundsicherung in Anspruch nehmen. Grund: Die höhere Mütterrente würde dann vollständig auf die Grundsicherung angerechnet. „Aber gerade unter älteren Rentnerinnen gibt es auch einige, denen Grundsicherung zustünde, die sie aber aus Scham oder Unwissenheit gar nicht in Anspruch nehmen", erklärt DIW-Expertin Michelle Harnisch. "Diesen Rentnerinnen mit versteckter Armut würde die Mütterrente II direkt helfen." Wohlhabende Rentnerinnen würden ebenfalls begünstigt, ergänzt DIW-Ökonom Stefan Bach. Dagegen gingen arme Rentnerinnen mit nur zwei Kindern leer aus.

In einer Vergleichsberechnung haben die DIW-Fachleute der Studie auch berechnet, was eine Mütterrente bringen würde, wenn alle Frauen mit vor 1992 geborenen Kindern von der Neuregelung begünstigt würden – also auch Mütter mit nur einem oder zwei Kindern. Die jährlichen Kosten würden sich dann "mehr als verdoppeln", so das Ergebnis der Autoren. Gut 82 statt nur 24 Prozent aller Rentnerinnen kämen dann in den Genuss dieser Rente. Die durchschnittlichen Einkommenszuwächse wären in diesem Fall aber niedriger, da die mit eingerechneten Rentnerinnen nur ein oder zwei Kinder haben.

Mehr zum Thema:

www.diw.de

Link zum aktuellen DIW-Wochenbericht mit der Studie zur Mütterrente II (im pdf-Format)

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