Berlin/Frankfurt am Main (sth). Immer mehr Beschäftigte in Deutschland haben eine ausländische Staatsbürgerschaft und stabilisieren mit ihrer Arbeit die gesetzliche Rentenversicherung. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Versichertenbericht 2024 der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hervor. Demnach wuchs der Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit nicht-deutschem Pass hierzulande zwischen 2004 - dem Jahr des Beginns der EU-Osterweiterung - und 2022 von 7,5 auf 17,9 Prozent. “Insgesamt besitzen von 32,9 Millionen Beschäftigten am Jahresende 2022 rund 5,9 Millionen Menschen eine ausländische Staatsbürgerschaft”, heißt es in dem Bericht.
Die größten Gruppen ausländischer Beschäftigter stammen demnach aus der Türkei und mehreren Staaten Osteuropas, insbesondere aus Polen, Rumänien und Kroatien. Weitere große Arbeitnehmergruppen haben den DRV-Daten zufolge ihre Heimat in der Ukraine (starker Zuwachs seit März 2022 in Folge des russischen Angriffskriegs) und den Westbalkanstaaten, insbesondere Serbien und Bosnien-Herzegowina. “Insgesamt hatten im Jahr 2022 mehr als die Hälfte der ausländischen Beschäftigten eine europäische Staatsbürgerschaft”, stellen die DRV-Statistiker fest.
Stark wachsende Beschäftigtengruppe aus Indien
Eine ebenfalls auffallend stark wachsende ausländische Beschäftigtengruppe stellen laut DRV-Versichertenbericht Menschen aus Indien dar. Deren Zahl habe sich seit 2018 von 52.000 auf 116.000 Beschäftigte “mehr als verdoppelt und legte allein im Jahr 2022 um 25.000 Personen zu”, heißt es. Ein Befund, den am Dienstag ein Bericht der “Süddeutschen Zeitung” unterstrich. Demnach habe sich die Zahl der erwerbstätigen Inderinnen und Inder in Deutschland “in nur einem Jahrzehnt von 23.000 auf mehr als 130.000 gesteigert”. Ein im Dezember 2022 geschlossenes Partnerschaftsabkommen zwischen der Bundesrepublik und dem asiatischen Subkontinent solle dieses Wachstum wegen der vielen Arbeitsuchenden in dem Land noch weiter vorantreiben.
Im Jahr 2022 habe die Zunahme ausländischer Beschäftigter den demografisch bedingten Rückgang der Zahl deutscher Beschäftigten “mehr als ausgeglichen und somit insgesamt zu einem Wachstum der Beschäftigung geführt”, betont die DRV. ”Dies unterstreicht die Bedeutung der Arbeitskräftezuwanderung für die Basis der Beitragszahlenden in der gesetzlichen Rentenversicherung." Zudem sei davon auszugehen, dass sich eine größere Zahl ausländischer Beschäftigte “mittelfristig günstig auf das Zahlenverhältnis zwischen Beitragszahlenden und Rentenbeziehenden auswirkt und somit zur Dämpfung des erwarteten Beitragssatzanstiegs beiträgt”, so das für die Rentenversicherung bedeutsame Fazit des Berichts.
