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Spenden: Seriöse Organisationen erkennen

In der Vorweihnachtszeit spenden die Deutschen wieder Millionen. Aber kommt das Geld auch an? Daran erkennen Sie seriöse Organisationen.

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Berlin (dpa). Ob für Menschen in Not, bedürftige Kinder oder kulturelle Anliegen – viele Bundesbürger spenden für einen guten Zweck. Eine wichtige Frage: Kommt das Geld auch dort an, wo es benötigt wird?

Das Problem: Nicht jede Organisation, die verspricht, Gutes zu bewirken, ist so seriös, wie sie sich gibt, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Spenden sollten deshalb nicht allzu leichtgläubig verteilt werden.

Spenden-Siegel für seriöse Organisationen

Aber: „Der weitaus größte Teil der Organisationen in Deutschland arbeitet seriös“, urteilt Burkhard Wilke, der wissenschaftliche Leiter des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Das Institut vergibt ein anerkanntes Spenden-Siegel für gemeinnützige Organisationen. Aktuell dürfen 231 das Siegel tragen.

Kriterien für die Siegel-Vergabe

Eine wichtige Anforderung ist, dass eine Organisation ihre Mittel nachweislich sparsam verwendet. Bedeutet: Die Ausgaben für Werbung und Verwaltung betragen in der Regel nicht mehr als 30 Prozent der gesamten Ausgaben. Tatsächlich liegen sie bei den aktuellen Siegel-Trägern durchschnittlich bei 13 Prozent, so Wilke. Weitere Kriterien für das Siegel sind wahre, sachliche Werbung sowie ein unabhängiges Aufsichtsorgan.

Große Hilfsorganisationen unter den Siegel-Trägern

Unter den Siegel-Trägern sind viele große Hilfsorganisationen wie etwa das Deutsche Rote Kreuz, Ärzte ohne Grenzen und die Deutsche Welthungerhilfe. Letztere wird in der Datenbank des DZI als Organisation mit niedrigen Werbe- und Verwaltungskosten geführt. Ein Blick in den Jahresabschluss 2017 bestätigt dies: Von den gesamten Ausgaben der Welthungerhilfe gingen 92,8 Prozent direkt an Projekte (Projektförderung und Projektbegleitung). Weitere 1,5 Prozent flossen in die Bildungs- und Aufklärungsarbeit. Und nur 5,7 Prozent wurden für Werbung und Verwaltung ausgegeben.

Kleine Vereinigungen können kein Siegel beantragen

Kein Siegel, lieber keine Spende – das ist aber auch ein falscher Schluss. Das DZI überprüft nur Vereinigungen, die in den vergangenen beiden Geschäftsjahren mindestens 25.000 Euro jährlich eingenommen haben. Kleine, regional arbeitende Vereinigungen mit geringeren Einnahmen können das Siegel also nicht beantragen. Was natürlich nicht heißt, dass man diese nicht finanziell unterstützen sollte.

Das Logo der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ ist ein guter Anhaltspunkt dafür, dass eine gemeinnützige Organisation grundlegende Transparenz-Kriterien erfüllt.

Manche Organisationen entscheiden sich wegen der Kosten des DZI-Siegels dagegen, es zu beantragen. Eine Beispiel-Rechnung: Wer Gesamteinnahmen von einer Million Euro im Jahr hat, muss für den Erstantrag gut 1.600 Euro zahlen. Und danach jährlich gut rund 1.000 Euro für die Verlängerung.

DZI bewertet auch ohne Siegel

Auch unabhängig vom Siegel bewertet das DZI die Arbeit von Hilfsorganisationen. So rät das Institut derzeit bei 23 Organisationen vom Spenden ab. Dabei beruft es sich etwa darauf, dass aussagekräftige Informationen über die Arbeit einer Vereinigung nicht zugänglich sind. Oder aber es gab wiederholt Hinweise, dass eine Organisation beim Spendensammeln unangemessen vorgeht.

Hürden beim Spenden-Sammeln

Apropos Sammeln: Ernsthafte Hürden für das Bitten um Spenden auf der Straße oder an der Haustür gibt es in nur drei Bundesländern. In Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Thüringen braucht man dafür eine Genehmigung. Festgelegt ist das in Sammlungsgesetzen.

Die restlichen Länder schafften diese im Laufe der Zeit ab. Allerdings bedeutet die fehlende Aufsicht nicht automatisch, dass auf der Straße vor allem unseriöse Organisationen unterwegs sind. Betrug sei grundsätzlich bei allen Formen des Spenden-Sammelns möglich, so Wilke.

Nichtsdestotrotz begrüßt das DZI eine Kontrolle wie in Rheinland-Pfalz. Dort erlasse die Aufsichtsbehörde regelmäßig Sammlungsverbote, wodurch die Bevölkerung vor unseriösen Organisationen geschützt werde.

Im Bundestag wurde indes im vergangenen Jahr ein Antrag der Grünen-Fraktion abgelehnt, der unter anderem darauf abzielte, in allen Bundesländern eine Sammlungsaufsicht nach dem Vorbild von Rheinland-Pfalz zu etablieren.

Weitere Informationen

www.spendenrat.de
Infos zum Spendenzertifikat des Spendenrates

www.dzi.de
Datenbank des DZI mit zertifizierten Spendenorganisationen

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