Ihre-Vorsorge Logo

Studie: Rapider Jobverlust in deutscher Industrie

Die deutsche Wirtschaft erlebt laut einer Ifo-Studie einen „verschärften Strukturwandel“. In der Industrie gehen viele Stellen verloren. Ein Befund alarmiert die Wirtschaftsforscher besonders.

Artikel vorlesen

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Autokarosserien in einer Fabrikhalle. Bild: IMAGO / Belga / MICHEL WIEGANDT

© Nicht definiert

Dresden (dpa). Die deutsche Industrie hat in den vergangenen Jahren Hunderttausende Arbeitsplätze verloren. Nach einer Studie des Ifo-Instituts arbeiteten Ende 2025 rund 496.000 Menschen weniger in deutschen Industrieunternehmen als zu Beginn des Jahres 2019. Das entspricht einem Minus von 7,1 Prozent. 

Besonders hart trifft es den Angaben zufolge die traditionellen deutschen Kernbranchen: Die Autoindustrie und ihre Zulieferer strichen laut Ifo 123.500 Stellen, ein Minus von 13 Prozent. Hersteller von Metallerzeugnissen bauten demnach 115.600 Stellen ab, der Maschinenbau 64.500. 

Stellenzuwachs in Pflegeheimen

Im Dienstleistungssektor entstanden dagegen mehr als 2,2 Millionen neue Stellen, vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der öffentlichen Verwaltung, wie es weiter hieß. Im Gesundheitswesen wurden 391.000 neue Jobs gezählt, im Sozialwesen samt Pflegeheimen 357.000. Grund sei vor allem die alternde Bevölkerung. 

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung wuchs laut der Studie um 329.000 Menschen – teilweise, weil Stellen von ausscheidenden Beamten mit Angestellten neu besetzt wurden. Bei den privaten Dienstleistern wuchsen IT-Firmen am stärksten. 

Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter der Ifo-Niederlassung Dresden, sprach von einem „verschärften Strukturwandel“. „Ausgerechnet die Branchen schrumpfen, die bisher unseren Wohlstand getragen haben“, merkte er an. Die neuen Jobs entstünden meist nicht dort, wo Deutschland besonders produktiv und innovativ sei. „Das kann unser Wachstumspotenzial künftig bremsen“, warnte Ragnitz. Die Studie basiert auf der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit.

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
4 Minuten

Ein Sturz oder ein Überforderungsmoment zu viel: Das sind typische Vorgeschichten, wenn Familien sich auf die Suche nach einem Pflegeheimplatz für einen Angehörigen machen. Worauf kommt es an?

Time
3 Minuten

Ein Rahmenvertrag kann für Freelancer das Risiko der Scheinselbstständigkeit erhöhen. Und das hat unter Umständen Folgen für beide Seiten.

Time
3 Minuten

Was passiert, wenn Millionen Babyboomer ihre Wohnungen oder Häuser verkaufen, vererben oder schlicht sterben? Löst das den Wohnungsmangel in Deutschland? Eine neue Studie zeigt Fakten.

Time
3 Minuten

Ab wann gehört jemand zur Mittelschicht und wo beginnt Reichtum? Mit einem Rechner des IW Köln können Verbraucher ermitteln, wo sie stehen.

Time
4 Minuten

Besonders in den Städten fehlt es an bezahlbaren Wohnungen. Justizministerin Hubig will Mieter besser schützen – auf Kosten der Vermieter?

Time
4 Minuten

In Deutschland wurden im August deutlich mehr Wohnungen bewilligt. Das nährt Hoffnungen auf ein Ende der Krise am Bau. Auch die Bundesregierung macht Tempo. Wären da nicht die gestiegenen Zinsen.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026