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Studie: Lebenserwartung von Frauen und Männern nähert sich an

Männer leben im Durchschnitt ungesünder und daher kürzer als Frauen, heißt es oft. Laut einer Studie gibt es hier neuere Trends - mit auffälligen regionalen Unterschieden.

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Rentnerpaar schaut ernst auf ein Notebook. Bild: IMAGO / Westend61 / imago stock&people

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Wiesbaden (dpa) - Viele Jahrzehnte lang ist die Lebenserwartung von Frauen schneller gestiegen als die der Männer - seit Ende des 20. Jahrhunderts aber verringert sich dieses Ungleichgewicht laut einer Studie wieder. Dabei gibt es jedoch erhebliche regionale Unterschiede, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte.

Seine Forscher hatten demnach für die neue Studie “erstmals detaillierte Todesursachendaten für 228 Regionen in sieben europäischen Ländern untersucht”. Lagen Männer hier noch Mitte der 1990er Jahre bei der Lebenserwartung mehr als sieben Jahre hinter Frauen zurück, so verringerte sich dieser Unterschied in den vergangenen Jahrzehnten auf weniger als fünfeinhalb Jahre.

In Süddeutschland, Dänemark und der Schweiz waren die Differenzen der Lebenserwartung mit teils weniger als vier Jahren besonders gering. Ganz vorne mit nur 3,3 Jahren Abstand lag die Nordwestschweiz mit Basel und Umland, dicht gefolgt von München und Umgebung mit 3,5 Jahren. In Teilen von Ostdeutschland, Tschechien, der Slowakei und Frankreich waren die Unterschiede der Lebenserwartung zwischen Männern und Frauen mit sechs und mehr Jahren dagegen etwa doppelt so groß.

Die Forscher beobachten laut dem BiB auch mehr Rückstände von Männern auf dem Land als in der Stadt. "Florierende Großstädte ziehen durch ihre guten Jobmöglichkeiten eher gesunde und qualifizierte
Bevölkerungsgruppen an, während strukturschwache Regionen weniger attraktiv für diese Menschen sind", erklärte Markus Sauerberg vom BiB. Das trägt dem Forschungsinstitut zufolge dazu bei, “dass in großen Städten oft eine vergleichsweise niedrige Sterblichkeit mit geringen Geschlechterunterschieden beobachtet wird”.

Ungesundes Verhalten kann niedrigere Lebenserwartung verursachen.

Ungesundes Verhalten könne eine niedrigere Lebenserwartung verursachen, so das BIB. Im 20. Jahrhundert war demnach etwa das unter Männern weiter verbreitete Rauchen ein wesentlicher Grund, dass ihre Lebenserwartung langsamer stieg als bei Frauen. Auch arbeiteten Männer demnach lange Zeit länger und waren somit mehr Gesundheitsrisiken im Job ausgesetzt.

Inzwischen lassen mehr Herzschrittmacher gerade Männer länger leben. Zudem ebbt bei ihnen nach den Angaben die raucherbedingte Sterblichkeit bereits ab, während sie bei Frauen noch weiter steigt, weil sie erst seit den 1960er-Jahren verstärkt mit dem Rauchen begonnen haben. Überdies schrumpfen die Unterschiede der Geschlechter bei jobbedingten Gesundheitsrisiken, weil heute mehr Frauen arbeiten.

“Wie die Ergebnisse anderer Studien zeigen, kann nur ein kleiner Teil der Unterschiede zwischen Männern und Frauen auf biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern zurückgeführt werden. Der größere Teil ist vom Lebensstil sowie von der Vorbeugung und Früherkennung von Krankheiten abhängig”, teilte das BiB weiter mit.

Diese Aspekte könnten durch eigenes Verhalten und die Gesellschaft beeinflusst werden. “Wie etwa die Rollen von Männern und Frauen im Privatleben, Beruf und Krisensituationen gesellschaftlich gesehen werden, hat einen erheblichen Einfluss auf die Geschlechterunterschiede in der Sterblichkeit”, erklärte Sebastian Klüsener, Mitautor der Studie. “Dazu zählt etwa, ob der Mann eher in der Verantwortung für das Haushaltseinkommen gesehen wird, oder ob bestimmte gesundheitsbeeinträchtigende Verhaltensweisen wie das Rauchen oder der Alkoholkonsum bei Männern oder Frauen eher toleriert werden und verbreiteter sind.” Wenn sich Rollenbilder annäherten, glichen sich tendenziell auch die Unterschiede der Sterblichkeit von Männern und Frauen an.


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