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Studium: Betreuer für den Abschluss finden

Die Abschlussarbeit ist ein großes Projekt. Ein guter Betreuer kann vieles erleichtern. Doch wie finden Studierende den? Die wichtigsten Tipps.

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Studentin denkt nach – Bildnachweis: wdv © Szekely, Oana

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Gelsenkirchen/Dresden (dpa/tmn). Der Dozent ist nie erreichbar, gibt kein Feedback zum Exposé, verwechselt Themen oder kann bei wichtigen Fragen zur Methode keine Antworten geben: Die Betreuungssituation bei der Abschlussarbeit kann für Studierende manchmal ein enormer Stressfaktor werden. Wie sich das vermeiden lässt? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Was zeichnet einen guten Betreuer aus?

„Ein guter Betreuer sollte Interesse am Thema der Arbeit haben und eine intrinsische Motivation bei der Betreuung der Arbeit verspüren“, sagt Markus Rüter, Professor und Prodekan an der Westfälischen Hochschule, der regelmäßig Bachelor- und Masterarbeiten betreut. Seiner Meinung sollten Dozenten ihre Studenten im Fokus haben und sich als das Ziel setzen, diese voranzubringen.

Wo finden Studierende den richtigen Betreuer?

Meist weckt eine Lehrveranstaltung besonderes Interesse für ein Thema oder Fachgebiet. Studierende können sich dann an den Lehrenden wenden und einen möglichen Schwerpunkt der Arbeit besprechen.

Kann sich der Dozent vorstellen, die Betreuung zu übernehmen, folgt die Konzeptionsphase. Das vom Studierenden festgelegte Konzept wird später in einem Gespräch festgelegt, so Albert Busch, Professor an der Georg-August-Universität in Göttingen.

Die jeweilige Prüfungsordnung legt fest, wer unter welchen Voraussetzungen Abschlussarbeiten betreuen darf. Das ist von Studiengang zu Studiengang verschieden. So können auch externe Personen per Einzelprüfungsberechtigung für individuelle Verfahren zu Prüfern bestellt werden, erklärt Busch. Vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern sind externe Betreuer, etwa aus Unternehmen, oftmals Zweitkorrektoren.

Wie überzeugen Studierende den Betreuer von einem Thema?

„Ich möchte gern irgendwas zum Thema XY machen“ ist kein guter Gesprächseinstieg, wenn man sich zum ersten Mal mit dem Betreuer der Arbeit trifft. „Wer sich bereits im Vorfeld genauer mit seinem Thema auseinandersetzt, hat im Gespräch mit dem Betreuer bereits einige gute Argumente auf seiner Seite“, erklärt Anja Centeno. Sie ist Autorin und leitet Trainings für Lehrende zur Betreuung von Abschlussarbeiten.

Dabei sei der wissenschaftliche Dreisatz aus Thema, Erkenntnisinteresse und Hypothese wichtig. Wem das nicht so leicht fällt, der findet etwa Unterstützung an den Schreibzentren der Hochschulen, die auch Methoden und Checklisten online zur Verfügung stellen, erklärt Centeno.

Wie viel Hilfestellung muss der Betreuer geben?

Wie oft sich Studierende mit ihrem Betreuer treffen, hängt von Thema und Prüfer ab – dreimal sei jedoch das Minimum. „Zuerst ein Kick-off, um das Thema und die Art der Zusammenarbeit zu besprechen, dann folgt ein Zwischenstand, schließlich ein letztes Treffen zur Vorbereitung der Abgabe“, sagt Anja Centeno.

Ihrer Meinung nach hilft es, wenn Betreuer das Verhältnis nicht als Lehrer-Schüler-Verhältnis sehen, sondern es eher wie eine Zusammenarbeit an einem Projekt: Der Studierende ist Kooperationspartner.

Albert Busch befürwortet häufigere Treffen. Für ihn ist es entscheidend, die wissenschaftliche Einzelleistung zu fördern und das selbstständige Arbeiten zu unterstützen, ohne inhaltlich, methodisch oder empirisch zu sehr einzugreifen.

Was kann man machen, wenn der Betreuer nie zu erreichen ist?

Die dritte dringende Nachfrage per E-Mail ist raus, und nach zwei Wochen hat man immer noch keine Antwort vom Betreuer. Langes Warten kann zu einer nervigen Angelegenheit werden – und einen engen Zeitplan noch straffer machen.

In diesem Fall sollten Studierende den Kontakt am besten über das Sekretariat herstellen. Meist gibt es auch einen Co-Betreuer, den man als weiteren Ansprechpartner kontaktieren kann, sagt Anja Centeno. Sie empfiehlt, klare Anfragen zu formulieren. „Am besten erfolgt eine Mail, und Studierende entfalten in der Nachricht schon eine klare Agenda und das Ziel des Treffens – das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Antwort.“

Kann man den Betreuer wechseln, wenn man nicht zurechtkommt?

Wenn Studierende Probleme mit ihrem Betreuer haben, sollten sie zunächst darüber Gedanken machen, wie wichtig die Arbeit ist. Bei einer Bachelorarbeit liegt sicher eine andere Dringlichkeit vor als bei einer Diplomarbeit oder Promotion.

Markus Rüter empfiehlt Studierenden, Ruhe zu bewahren und die Sachlage mit ein wenig Abstand auszuwerten. Liegt ein dauerhaftes Problem vor, oder handelt es sich nur um ein Missverständnis, das sich leicht beheben lässt? Eine Entscheidung sollte nicht übereilt getroffen werden. Wer sich in der Betreuung unwohl fühlt, „für den sind diverse Stellen im Studiendekanat, Prüfungsamt und die Prüfungskommission die ersten Anlaufstellen“, erklärt Albert Busch.

Helfen Gespräche nicht und wollen Studenten trotz allem den Betreuer wechseln, sollten sie bedenken, dass damit auch ein neues Thema zusammenhängt. „Oftmals kennen sich Dozenten untereinander, und es ist auffällig, wenn gleich an der nächsten Tür wegen der gleichen Angelegenheit geklopft wird“, gibt Markus Rüter zu bedenken.

Weitere Informationen

www.schreiben.zentrumlesen.ch
Der wissenschaftliche Dreisatz

www.uni-bielefeld.de
Leitfaden für Betreuer von Abschlussarbeiten

www.anjacenteno.de
Homepage von Anja Centeno

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