Drei Prozent Zinsen sind wieder drin
Wie funktioniert ein Auszahlplan?
Zunächst wird eine größere Summe bei einer Bank oder Bausparkasse eingezahlt. Das Geldinstitut verzinst das eingezahlte Kapital und überweist für eine vorher vereinbarte Laufzeit jeden Monat einen gleichbleibenden Betrag zurück, bis das Kapital aufgebraucht ist.
Bekannt geworden ist hier nun ein Angebot der Gefa-Bank, einem deutschen Tochterunternehmen der französischen Großbank Société Générale. Das Geldhaus zahlt nach eigenen Angaben für Auszahlpläne mit einer Laufzeit von sechs Jahren drei Prozent Zinsen pro Jahr. Der Zinssatz steigt mit der Dauer der Laufzeit. So gibt es bei dem Geldinstitut bei vier Jahren Laufzeit 2,2 Prozent, bei fünf Jahren 2,8 Prozent, bei zehn Jahren sogar 3,25 Prozent Zinsen pro Jahr. Ein weiterer Top-Anbieter, die Bausparkasse Mainz, zahlt bei einer Laufzeit des Auszahlplans von zehn Jahren 2,75 Prozent Zinsen, bei 20 Jahren drei Prozent und bei 30 Jahren 3,25 Prozent jährlich.
Was Sie über Auszahlpläne wissen sollten
- Auszahlpläne sind online ohne größere Komplikationen abzuschließen. Der Vertragsabschluss ist kostenlos. Beispiel: Wer 25.000 Euro für sechs Jahre zu drei Prozent Zinsen in einen Auszahlplan einzahlt, erhält monatlich 378,43 Euro ausgezahlt. Das sind nach 72 Monaten beziehungsweise sechs Jahren rund 27.247 Euro. Insgesamt belaufen sich die Zinsen also auf immerhin 2247 Euro vor Steuern.
- Das Geld steht den Hinterbliebenen als Erbe zur Verfügung, sollte Sie während der Auszahlungsphase sterben.
- Alle Anbieter verlangen bei Vertragsabschluss eine bestimmte Mindestsumme, meist 5000 oder 10.000 Euro.
Für wen eignet sich ein Auszahlplan?
Die Auszahlpläne eignen sich für sicherheitsbewusste Anlegerinnen und Anleger. Die Gefa-Bank ist dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken angeschlossen. Laut dem Fonds sind bei der Gefa-Bank pro Sparer „mindestens 750.000 Euro“ geschützt. Bei der Bausparkasse Mainz gilt die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Sparer.
Welche Nachteile haben Auszahlpläne?
Während der Laufzeit kommen Sie an das eingezahlte Geld nicht heran, abgesehen von den monatlichen Auszahlungen.
Tipp: Um flexibel zu bleiben und von womöglich steigenden Zinsen am Kapitalmarkt profitieren zu können, empfiehlt es sich deshalb, das Geld nicht zu lange festzulegen oder gestaffelt anzulegen. Wer einen größeren Betrag wie 50.000 oder 100.000 Euro zur Verfügung hat, kann diesen aufteilen und mehrere Auszahlpläne mit verschiedenen Laufzeiten wählen oder einen Teil des Vermögens in Festgeld stecken. Ist das Geld ausgezahlt, können Sie nach einem womöglich besseren Angebot zu dann noch höheren Zinsen Ausschau halten, sofern die Europäische Zentralbank wie erwartet weiter die Zinsen erhöhen und damit auch die Zinsen für Spareinlagen zulegen sollten.
