Frankfurt (tr). In Deutschland wächst das Interesse an Finanz- und Wirtschaftsthemen. In einer aktuellen Umfrage des Bankenverbands geben 46 Prozent an, „starkes“ oder „sehr starkes“ Interesse an diesen Themen zu haben – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2024, als dies nur etwas mehr als ein Drittel der Befragten sagte.
Ähnlich hoch ist die Zahl der Menschen, die sich laut der Befragung Zeit dafür nehmen, sich um die eigenen Finanzen zu kümmern (48 Prozent). Dieser Anteil ist seit 2022 leicht gestiegen. Allerdings hatte die Beschäftigung mit den eigenen Finanzen zuvor auch schon einmal deutlich höher gelegen (2019: 61 Prozent).
Nur 39 Prozent haben sich mit der Altersvorsorge beschäftigt
Gerade die Altersvorsorge ist und bleibt für viele ein schwieriges Feld. Nur vier von zehn Erwerbsfähigen (39 Prozent) haben sich nach eigenen Angaben bereits ernsthaft damit beschäftigt. Das entspricht zwar einem leichten Anstieg gegenüber 2024 um vier Prozentpunkte. Aber nach einem deutlichen Rückgang in den Jahren davor verbleibt der Anteil dennoch auf einem recht niedrigen Stand. So hatten sich etwa 2020 noch weit über die Hälfte der Befragten bereits näher mit ihrer Altersvorsorge beschäftigt.
Dass fast die Hälfte der unter 30-Jährigen (46 Prozent) nicht weiß, was sich hinter dem Begriff der „Rentenlücke“ verbirgt, ist für den Bankenverband ein alarmierendes Zeichen. Und auch, dass Menschen in finanziell schwieriger Lage sich besonders selten der finanziellen Zukunftsplanung widmen. Nur 25 Prozent derjenigen, die ihre wirtschaftliche Situation als schlecht beschreiben, beschäftigen sich damit.
Großes Selbstbewusstsein beim Finanzwissen
Nahezu zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten halten sich in Finanzfragen für kompetent. Das Selbstbewusstsein ist jüngst noch gestiegen. 2024 meinten nur 59 Prozent der Befragten, dass sie sich in Geld- und Finanzfragen gut auskennen würden. Von den jüngeren Befragten im Alter von 18 bis 29 Jahren halten sich zwei Drittel (66 Prozent) in Finanzdingen für recht gut informiert.
Konkret nach dem Börsenwissen gefragt, sieht es dann nicht mehr ganz so gut aus. Zum Thema Börsen müssen trotz eines leicht positiven Trends gegenüber den Vorjahren mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) unumwunden zugeben, dass sie wenig oder gar keine Ahnung haben, was an der Börse eigentlich passiert.
Mehr Finanzbildung gerade bei Jüngeren nötig
Mit Blick auf eine stärker kapitalgedeckte Altersvorsorge findet es der Bankenverband erfreulich, dass junge Menschen inzwischen sogar häufiger als ältere bereits über Aktien und Fonds verfügen. Unter den 18- bis 29-Jährigen tun das 43 Prozent, unter den über 60-Jährigen hingegen nur 33 Prozent. Die Jüngeren profitieren demnach besonders von niedrigen Einstiegshürden und den digitalen Möglichkeiten der Geldanlage.
Die Einfachheit des Zugangs berge aber auch Gefahren, mahnt der Bankenverband. Für eine verantwortungsvolle Geldanlage seien grundlegende Kenntnisse, Risikobewusstsein und ein langer Atem wichtige Voraussetzungen. Gerade junge Menschen bräuchten deshalb finanzielle Bildung, die ihnen diese Kompetenzen vermittelt sowie der Gefahr von Selbstüberschätzung und unüberlegten Investitionsentscheidungen entgegenwirkt.
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