Berlin (sth). Die große Mehrheit der Selbstständigen, die im vergangenen Jahrzehnt ein Unternehmen aufgebaut haben und dies auch Jahre nach der Existenzgründung noch betrieben, hatten im Jahr 2018 ein Jahreseinkommen von höchstens 5400 Euro. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) hervor, die vom Forschungsnetzwerk Alterssicherung (FNA) bei der Deutschen Rentenversicherung unterstützt wurde. Das deutet nach Erkenntnissen der Studienautoren Stefan Schneck und Peter Kranzusch darauf hin, dass viele Gründerinnen und Gründer dauerhaft in Teilzeit oder im Nebenerwerb selbstständig tätig bleiben. Die Ergebnisse der Studie dürften auch mit Blick auf die von der Bundesregierung geplante Altersvorsorgepflicht für bisher nicht obligatorisch gesicherte Selbstständige von Bedeutung sein.
Der Studie zufolge verdienten etwa 49 Prozent der Selbstständigen, die ihr Unternehmen 2013 gegründet haben, sowohl im Gründungsjahr als auch im Jahr 2018 unterhalb der damaligen Geringfügigkeitsgrenze von 5400 Euro. Weitere 17 Prozent erzielten demnach ein negatives Betriebsergebnis, jeweils rund 7 Prozent der Gründerinnen und Gründer von 2013 verdienten zwischen 6.240 und 10.000 Euro oder zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Noch schlechter sah das Betriebsergebnis von Unternehmern aus, die ihre Firma 2016 starteten: Hier kamen fast 56 Prozent sowohl im Gründungsjahr als auch 2018 auf höchstens 5400 Euro oder schrieben rote Zahlen.
Bei einem Teil der übrigen Gründerinnen und Gründern stellten die Studienautoren aber auch positive Ergebnistrends fest. Im Zeitverlauf würde eine jährlich fünfstellige Zahl der Existenzgründer eher in einer höhere Einkommensklasse aufsteigen. “11.360 Personen der Gründerkohorte 2016 erreichten im Jahr 2018 Einkünfte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze von 84.601 Euro”, schreiben Schneck und Kranzusch - nachdem die Hälfte von ihnen 2016 noch unterhalb des statistischen Durchschnittsverdiensts von rund 35.000 Euro verdient hatten. “Dies zeigt, dass beträchtliche Einkommensverbesserungen möglich sind”, heißt es in der Studie.
