München (tö). 0,00 Prozent Zinsen – so wenig, oder besser gesagt nichts gibt es bei mindestens 65 Banken und Sparkassen für Guthaben auf Tagesgeldkonten. Bei diesen Geldinstituten bewegen sich die variablen Tagesgeldzinsen damit auf dem Niveau der Negativ- und Nullzinsphase. Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Demnach zahlten Mitte März etwa acht Prozent der insgesamt 827 von Verivox ausgewerteten Kreditinstitute für eine Anlagesumme von 10.000 Euro keine Zinsen für täglich verfügbares Geld. Sparerinnen und Sparer müssen sich aber nicht mit Null- und Magerzinsen abspeisen lassen. Wer Angebote vergleicht und bereit ist, zu einer Bank mit besseren Konditionen zu wechseln, konnte Mitte April noch Zinsen von um die zwei Prozent für täglich verfügbares Geld herausholen – und das ohne Aktionszinsen gerechnet.
Aus der Auswertung von Verivox geht hervor, dass fast ausschließlich regional tätige Kreditinstitute, also Sparkassen sowie die örtlichen Volks- und Raiffeisenbanken, Nullzinsen zahlen. Bei überregionalen Banken seien Nullzinsen hingegen die Ausnahme. Bei sieben der 65 Geldhäuser mit Nullzinsen werden erst bei höheren Guthaben Tagesgeldzinsen gezahlt. Weil nicht alle Banken ihre Konditionen transparent ausweisen, könnte es weitere Banken mit Nullzinsen geben, die von der Auswertung nicht erfasst sind, heißt es bei dem Vergleichsportal. Ein weiteres Problem: “Bei einigen Instituten werden die Nullzinsen für ältere Tagesgeldkontomodelle ausgewiesen, die nicht mehr aktiv beworben werden. Vor allem die langjährigen Bestandskunden der betreffenden Banken und Sparkassen sollten genau hinschauen und sich vergewissern, dass ihre Ersparnisse nicht immer noch unverzinst auf einem dieser alten Konten liegen”, rät Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier.
Wie sich Tagesgeldanleger bessere Zinsen sichern
Im Durchschnitt gibt es derzeit für Tagesgeld nach Angaben des Verbraucherportals biallo.de 1,57 Prozent Zinsen (Stand: 14.4.2026), zumindest bei den Banken, die überhaupt Zinsen zahlen. Nochmal ein gutes Stück mit drei Prozent und mehr sind die befristeten Aktionszinsen bei vielen Neukundenangeboten.
- Anleger sollten beachten, dass die hohen Zinsen bei diesen Angeboten nur für einige Monate gelten und danach oft deutlich sinken. Vorübergehend überdurchschnittlich hohe Aktionszinsen lohnen sich auf Dauer nicht, wenn die Bank nach Ablauf des Aktionszinses nur noch geringe Zinsen weit unter dem Durchschnittszins zahlt.
- Für Sparerinnen und Sparer, die hingegen bereit sind, mit ihrem Geld dann erneut zu einer anderen Bank zu wechseln, können solche Angebote attraktiv sein. Anlegenden, denen dies zu mühsam ist, sollten vor allem auf die Zinsen für Bestandskunden und Kundinnen schauen. Geeignete Anbieter lassen sich finden über Internetangebote wie fmh.de; biallo.de oder raisin.com.
