München (tö). Immer weniger Girokonten in Deutschland sind kostenlos. Das zeigt eine neue Auswertung von Stiftung Warentest. Demnach sind nur noch zehn Konten ohne weitere Nebenbedingungen wie ein bestimmter monatlicher Geldeingang gratis (Finanztest 9/2024). Untersucht wurden dafür die Konditionen von 177 Geldinstituten, die der Stiftung zufolge 70 Prozent des Marktes abdecken. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt das Verbraucherportal biallo.de, das Anfang September aber noch 24 kostenlose Girokonten verzeichnete. Biallo.de analysiert regelmäßig die Preis- und Leistungsverzeichnisse von mehr als 1200 Banken und Sparkassen.
Die Anzahl der kostenlosen Girokonten ist damit stark rückläufig. Vor mehr als drei Jahren boten laut biallo.de noch knapp 40 Geldinstitute ein Girokonto ohne monatliche Grundgebühr sowie ohne Zusatzkosten für die Girocard (früher EC-Karte) und für Überweisungen an, auch dann, wenn keine bestimmte Summe pro Monat aufs Konto eingeht.
Laut Stiftung Warentest sind die Preisunterschiede mit einer Differenz von null bis mehr als 300 Euro fürs Gesamtjahr nach wie vor groß, je nachdem wo man sein Konto hat und wie man es nutzt. Im Durchschnitt zahlen Kontoinhaber 119 Euro pro Jahr. Je nach Kontomodell ließen sich bei einem Wechsel „also schnell 100 Euro und mehr pro Jahr sparen“, heißt es bei Stiftung Warentest. Für junge Erwachsene, vor allem wenn sie im Studium oder in der Ausbildung sind, seien die Girokonten jedoch oft günstiger. „Teils sind sie kostenlos, teils sind die Gebühren niedriger“, so die Tester. Bestenfalls würden die Vorteile bis zum Alter von 31 Jahren gelten.
Ab einem Jahrespreis von über 60 Euro über Wechsel nachdenken
Die Stiftung empfiehlt ab einem Jahrespreis oberhalb von 60 Euro über einen Wechsel nachzudenken. Die Warentester raten außerdem, sich die Bedingungen genau anzuschauen: So könne ein Konto mit einem monatlichen Grundpreis von zum Beispiel günstigen 2,95 Euro (im Jahr: 35,40 Euro) trotzdem für den untersuchten Modellfall rund 144 Euro im Jahr kosten, weil jede einzelne Buchung extra kostet. Dagegen kann ein monatlich um ein Euro teureres Konto pro Jahr nur 59 Euro kosten, weil alle Buchungen inklusive sind. Jede Bank bietet mehrere Kontomodelle an. Es lohne sich daher zu prüfen, welches am besten passt, und die Hausbank nach einem günstigeren Modell zu fragen.
Tipp: Ein Wechsel ist heute leichter als früher, weil die alte Bank gesetzlich verpflichtet ist, beim Umzug zur neuen Bank zu helfen. Den Dauerauftrag für die Miete zum Beispiel muss man dann nicht selbst ändern. Viele Banken bieten neben der vorgeschriebenen Kontowechselhilfe auch einen freiwilligen Service, um Kundinnen und Kunden zu unterstützen.
