München (tö). Millionen Arbeitnehmer, die ihre erste Lohnabrechnung im neuen Jahr für das Januar-Gehalt bekommen, können sich zumindest ein bisschen freuen: Bei fast allen dürften netto ein paar Euro mehr herausspringen, auch wenn das Gehalt im Vergleich zum Vorjahr gleichgeblieben ist.
Für alleinverdienende Top-Verdiener können das mehr als 100 Euro im Monat sein. Bei Durchschnittsverdienern sind es jedoch oft nur zwischen 10 und 20 Euro mehr pro Monat. Das hat der IT-Dienstleister Datev ausgerechnet, über dessen Software die Lohn- und Gehaltsabrechnungen von etwa 13,5 Millionen Arbeitnehmern in Deutschland erstellt werden.
Dabei wurde berücksichtigt, dass der individuelle Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung im Durchschnitt von 1,1 auf 1,3 Prozent im neuen Jahr gestiegen ist. Ebenfalls in die Rechnung mit einbezogen wurden die Erhöhung des Zuschlags zum Pflegeversicherungs-Beitrag für Kinderlose und die teilweise veränderten Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung, bis zu denen Sozialbeiträge fällig werden.
Mit den Gehaltsrechnern berechnen Sie Ihren Nettolohn. Finden Sie heraus, was vom Brutto-Gehalt abgezogen wird und wie viel für die Altersvorsorge verbleibt:
- Brutto-Netto-Rechner Gehalt 2023
- Midijob-Rechner 2023 für reduzierte Sozialversicherungsbeiträge im Übergangsbereich bei einem monatlichen Einkommen zwischen 520 Euro und 2000 Euro.
- Gehaltsrechner für Auszubildende
- Rechner für Kurzarbeitergeld für Zeiten der Kurzarbeit in Ihrem Betrieb
Steuerlicher Grundfreibetrag sorgt für Plus auf dem Konto
Für das meist kleine Plus auf dem Konto sorgt fast ausschließlich die Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrags. Dieser ist um 240 Euro auf 9984 Euro im neuen Jahr erhöht worden. Am meisten davon haben Beschäftigte in mittleren und höheren Gehaltklassen. In der Gruppe der Alleinstehenden (Steuerklasse I) etwa sind Arbeitnehmer im Westen mit einem Brutto-Einkommen von 7500 Euro oder darüber die größten Gewinner. Sie haben über das Jahr zusammengerechnet 304 Euro mehr zur Verfügung, auch weil im Westen die Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung ausnahmsweise gesunken ist. Zum Vergleich: Bei einem Single mit 3500 Euro brutto sind es bundesweit nur 97 Euro im Jahr, also nicht einmal zehn Euro im Monat.
Alleinerziehende profitieren am meisten
Am stärksten profitiert 2022 die Gruppe der Alleinerziehenden. Ihr Entlastungsbetrag wurde bereits für die Jahre 2020 und 2021 von 1908 Euro auf 4008 Euro mehr als verdoppelt: Die 4008 Euro gelten nun laut Bundesfinanzministerium „unbefristet“. Gleichzeitig wird der Freibetrag nach Angaben von Datev 2022 automatisch in der Lohn- und Gehaltsabrechnung berücksichtigt.
So können sich zum Beispiel Alleinerziehende in Westdeutschland mit einem Kind und einem Brutto-Einkommen von 3500 Euro im Monat über ein Plus von 762 Euro im Jahr oder 63,50 Euro im Monat freuen. In der Spitze hat dort eine alleinerziehende Top-Verdienerin mit 7500 Euro brutto sogar 1323 Euro im Jahr mehr zur Verfügung.
Steigende Abzüge haben laut den Datev-Berechnungen nur verheiratete, kinderlose Geringverdiener bis zu einem Monatsgehalt von 2000 Euro. Bei ihnen führt der erhöhte Kinderlosenzuschlag beim Pflegebeitrag in der Gesamtbilanz zu einem negativen Ergebnis. Beispiel: Bei einem Bruttomonatsverdienst von 1500 Euro gibt es für einen kinderlosen Verheirateten in der Steuerklasse III übers Jahr zusammen gerechnet bundesweit 18 Euro weniger.
Jährliche Nettoentlastung 2022 alte Bundesländer (West)
Positive Beträge bedeuten eine entsprechende jährliche Entlastung beim Nettoeinkommen in Euro gegenüber 2021, negative eine Belastung.
| Monatsbrutto | Steuerklasse I, Single | Steuerklasse III, verheiratet, 2 Kinder | Steuerklasse III, verheiratet, kinderlos | Steuerklasse II, alleinerziehend, 1 Kind |
|---|---|---|---|---|
| Differenz zu 2021 | ||||
| 1500 | 46 | 0 | -18 | 320 |
| 2000 | 63 | 0 | -24 | 589 |
| 2500 | 72 | 104 | 74 | 644 |
| 3000 | 83 | 136 | 108 | 703 |
| 3500 | 97 | 150 | 118 | 762 |
| 4000 | 114 | 162 | 126 | 824 |
| 4500 | 132 | 174 | 136 | 888 |
| 5000 | 155 | 188 | 146 | 957 |
| 5500 | 184 | 206 | 164 | 1032 |
| 6000 | 209 | 224 | 182 | 1109 |
| 6500 | 252 | 242 | 200 | 1135 |
| 7000 | 262 | 260 | 220 | 1144 |
| 7500 | 304 | 323 | 285 | 1323 |
| 8000 | 304 | 339 | 299 | 1323 |
| 8500 | 304 | 355 | 315 | 1323 |
| 9000 | 304 | 369 | 333 | 1323 |
Jährliche Nettoentlastung 2022 neue Bundesländer(Ost)
Positive Beträge bedeuten eine entsprechende jährliche Entlastung beim Nettoeinkommen in Euro gegenüber 2021, negative eine Belastung.
| Monatsbrutto | Steuerklasse I, Single | Steuerklasse III, verheiratet, 2 Kinder | Steuerklasse III, verheiratet, kinderlos | Steuerklasse II, alleinerziehend, 1 Kind |
|---|---|---|---|---|
| Differenz zu 2021 | ||||
| 1500 | 46 | 0 | -18 | 320 |
| 2000 | 63 | 0 | -24 | 588 |
| 2500 | 72 | 104 | 76 | 643 |
| 3000 | 83 | 136 | 106 | 701 |
| 3500 | 97 | 150 | 118 | 760 |
| 4000 | 113 | 162 | 126 | 822 |
| 4500 | 131 | 176 | 136 | 885 |
| 5000 | 154 | 190 | 146 | 953 |
| 5500 | 183 | 204 | 164 | 1027 |
| 6000 | 209 | 222 | 180 | 1105 |
| 6500 | 253 | 240 | 200 | 1135 |
| 7000 | 217 | 209 | 169 | 1096 |
| 7500 | 217 | 225 | 185 | 1234 |
| 8000 | 217 | 239 | 201 | 1234 |
| 8500 | 217 | 257 | 219 | 1234 |
| 9000 | 217 | 275 | 237 | 1234 |
Die West-Werte wurden für das Bundesland Bayern und ohne Kirchensteuer ermittelt, die Ost-Werte für Sachsen. Arbeitnehmer in einer gesetzlichen Krankenkasse, als Zusatzbeitrag wurde 1,3 Prozent angenommen. Quelle: Datev
