München (tö). Schlechte Nachrichten für Menschen, die voll privat krankenversichert sind: Erneut werden bei der privaten Krankenversicherung (PKV) die Beiträge erhöht. Diesmal betrifft es den Standardtarif mit und ohne Beihilfeanspruch und den Basistarif. Laut dem PKV-Verband steigt der durchschnittliche Monatsbeitrag für den Standardtarif auf rund 500 Euro. 2024 waren es noch 400 Euro, das ist ein Anstieg binnen eines Jahres um rund 25 Prozent. Die Erhöhungen für diese Sozialtarife werden zum 1. Juli 2025 wirksam.
Der Standardtarif und der Basistarif sind keine individualisierten Angebote einzelner Versicherer, sie werden brancheneinheitlich kalkuliert. Der Standardtarif soll vor allem älteren Privatversicherten helfen, die sich hohe Beiträge nicht mehr leisten können. Sie zahlen in diesem Tarif deutlich geringere Beiträge, bekommen aber auch nur Leistungen von ihrer Versicherung auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Ende 2024 waren über alle PKV-Unternehmen rund 53 900 Personen im Standardtarif versichert.
Der Basistarif ist dem PKV-Verband zufolge „vor allem geeignet für sozial hilfebedürftige Versicherte (z. B. bei ALG-II-Bezug) und Menschen, die keine anderweitige Versicherung finden“. Hier machten sich die Beitragserhöhungen „nur bei etwa 20 Prozent der Versicherten bemerkbar“, und dann „in vergleichbarer Größenordnung wie im Standardtarif oder etwas moderater“, so der Verband.
Hohe Ausgabenzuwächse bei Arzneimitteln
Die Begründung für die beträchtlichen Beitragserhöhungen dürfte auch gesetzlich Krankenversicherte interessieren, die seit Anfang des Jahres bei fast allen Krankenkassen deutlich höhere Zusatzbeiträge zahlen müssen. So verzeichnete die PKV nach eigenen Angaben hohe Ausgabenzuwächse bei Arzneimitteln, ambulanten Leistungen und bei den Krankenhauskosten. Als Beispiele nennt der Verband:
- Im Jahr 2023 wurden 30 Prozent mehr Knie-Endoprothesen (künstliche Kniegelenke) und 58 Prozent mehr Hüft-Endoprothesen eingesetzt als noch 2021.
- Die Zahl der Herzkatheter-Untersuchungen stieg um 170 Prozent, während gleichzeitig die Kosten pro Untersuchung um 29 Prozent zunahmen.
In Zukunft müssen gesetzlich wie privat Krankenversicherte mit weiter steigenden Beiträgen rechnen, es sei denn, der neuen Bundesregierung gelingt es, mit Reformen und/oder Leistungskürzungen die steigenden Kosten zu begrenzen. Beim PKV-Verband heißt es dazu: „Schon der medizinisch-technische Fortschritt führt dazu, dass die Ausgaben im Gesundheitswesen permanent steigen.“
