München (tö). Gemanagte Aktienfonds bringen Anlegern nur selten mehr Rendite als der reine Index. Das zeigt eine neue Analyse der Ratingagentur Scope. Demnach ist es 2024 nur knapp einem Viertel der untersuchten aktiv gemanagten Fonds gelungen, ihren jeweiligen Vergleichs-Börsenindex zu übertreffen. Scope untersuchte dafür die Ergebnisse von fast 2000 Fonds aus acht bedeutenden Aktien-Vergleichsgruppen, unter anderem für die Regionen Nordamerika, Europa, Schwellenländer und Deutschland. Unter diesen gelang es den Fondsmanagern und Fondsmanagerinnen von lediglich 460 Produkten, nach Abzug von Kosten eine bessere Rendite zu erzielen als der jeweilige Index.
Dies könnte unter anderem auch daran liegen, dass die aktiv gemanagten Fonds häufig nicht das gesamte Kundengeld investieren, wodurch sie in Zeiten steigender Kurse wie im vergangenen Jahr ins Hintertreffen geraten können. Sollten in diesem Jahr die Kurse dauerhaft absacken, könnte dieser Nachteil zum Vorteil werden. Laut der Scope-Untersuchung wurden aber die meisten Fonds auch dann für die Anlegenden zur Enttäuschung, wenn man längere Zeiträume mit unruhigen Börsenphasen betrachtet.
Emerging-Markets-Fonds schnitten am besten ab
Am besten schnitten noch die Emerging-Markets-Fonds ab, die in Schwellenländer investieren. Hier gelang es knapp einem Drittel der Fonds einen besseren Ertrag herauszuholen als der Vergleichsindex. In den Vergleichsgruppen Aktien Europa, Aktien Japan und Aktien Nordamerika schaffte dies nur jeder vierte Fonds. Besonders auffällig ist das Thema beim Anlageschwerpunkt deutsche Aktien. Nur einer der untersuchten 51 Fonds übertraf den herangezogenen Vergleichsindex MSCI Germany Standard Core.
Noch schlechter fallen laut Scope die Ergebnisse aus, wenn man einen Zeitraum von fünf Jahren heranzieht. Nur 14,5 Prozent der Fonds wiesen eine bessere Wertentwicklung auf als der jeweilige Vergleichsindex. „Die globalen Schocks der Ukraine-Krise, der Inflationsanstieg, der mit Zinserhöhungen einherging, und dann 2024 die Zinssenkungen der Fed und der EZB erschwerten die Arbeit der aktiven Manager“, heißt es dazu in der Scope-Analyse.
Die Scope-Untersuchung bestätigt ältere Analysen, die zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Dass sich die Fondsmanager im Vergleich häufig so schlecht schlagen, kann mehrere Gründe haben:
- Viele Fondsanbieter unterlegen ihre Anlageprodukte mit üppigen laufenden Kosten von oft um die zwei Prozent pro Jahr. Das zehrt an den Renditen.
- Hinzu kommen einmalige Kaufgebühren (Ausgabeaufschläge) und nicht selten auch Erfolgsgebühren, wenn der Fonds gut läuft. Diese Nachteile müssen die Fondsmanager durch kluge Investments erst einmal wieder wettmachen.
- Da in den Fondsgesellschaften allzu gewagte Wetten auf abseitige Titel nicht gerne gesehen sind, orientieren sich viele Fondsmanager bei ihrer Aktienauswahl am passenden Index. Dann aber wird es erst recht schwierig – bei höheren Kosten als mit börsennotieren Indexfonds (ETFs) – eine höhere Rendite zu erwirtschaften.
- Weisen Fonds über längere Zeit eine sehr gute Wertentwicklung auf (im Fachjargon: Outperformance), kann sich dies zu einer Falle entwickeln, wenn wegen des Erfolgs mehr und mehr Anleger Geld in den Fonds stecken. Die Fondsmanager müssen dann investieren und womöglich auf weniger aussichtsreiche Titel zurückgreifen, um die gewünschte Mischung im Fonds zu beizubehalten. Oder sie halten einen Teil des Geldes als Liquiditätsreserve zurück, was aber weniger Rendite als Aktien bringt.
Wenn Sie in Fonds investieren wollen, können Sie vorher einen Blick in unsere Ratgeber werfen:
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