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Studie zur bAV: Bedürfnis nach Absicherung wächst

Der Stellenwert der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland hat laut einer Studie deutlich zugenommen.

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Blauer Aktenordner mit Aufschrift Betriebsrente, davor Stift, Taschenrechner, Geldmünzen und Blatt mit Zahlentabelle.

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München (ots). Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer halten ihre Altersvorsorge aufgrund der Entwicklungen um den Ukraine-Krieg für wichtiger als zuvor. Das geht aus einer repräsentativen Befragung der Unternehmensberatung Deloitte unter 2000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten hervor. Laut der Studie haben sich in den vorangegangenen zwölf Monaten 42 Prozent der Befragten mit dem Thema beschäftigt. 2021 war das bei nur 29 Prozent der Fall.

Zudem wird die betriebliche Altersvorsorge (bAV) mittlerweile mit Abstand als häufigste zusätzliche Sparmaßnahme zur gesetzlichen Rentenversicherung genannt. Damit hat sie sich in den vergangenen drei Jahren gegen das Sparbuch, Immobilien und die Riesterrente durchgesetzt.

„Der Stellenwert der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland hat im Vergleich zum Vorjahr – aber auch im Langzeittrend – substanziell zugenommen”, so Peter Devlin, Partner und Leiter des Fachbereichs Benefits & Compensation bei Deloitte. Mehr als die Hälfte der Befragten habe sie als wichtiges Kriterium für einen Jobwechsel genannt.

Entgeltumwandlung nimmt zu

Auch die von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern selbst finanzierte betriebliche Altersversorgung (Entgeltumwandlung) nimmt deutlich zu. In der Studie gaben 47 Prozent der Befragten an, eigene Beiträge aus ihrem Bruttoeinkommen in eine betriebliche Altersversorgung einzuzahlen. Dieser Wert hat sich innerhalb von drei Jahren mehr als verdoppelt

Andererseits nehmen mehr als die Hälfte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach wie vor nicht an der Entgeltumwandlung teil. Das betrifft in besonderem Maß unterdurchschnittliche Einkommensklassen. Hier sind es sogar 70 Prozent.

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Attraktive Angebote werden auch genutzt

Ein Zusammenhang der Zunahme mit den verbesserten Rahmenbedingungen des Betriebsrentenstärkungsgesetzes sei naheliegend –  auch, weil die Studienserie zur bAV belegt, dass der Zuschuss des Arbeitgebers seit Jahren einen hohen Motivationsfaktor für Mitarbeitende darstellt.

42 Prozent der Befragten geben in der aktuellen Studie an, dass die Bezuschussung das ausschlaggebende Argument war, an der Entgeltumwandlung teilzunehmen. „Die diesjährige Bestätigung des Aufwärtstrends in der Entgeltumwandlung spricht sehr für den Erfolg des Betriebsrentenstärkungsgesetzes. Eine bemerkenswerte Entwicklung in der Kürze der Zeit und gleichzeitig ein Zeichen in den bAV-Markt: Attraktive Angebote werden auch genutzt”, ordnet Jens Denfeld, Senior Manager im Bereich Human Capital und Mitglied der Deloitte Pension Experts, ein.

Noch immer viel Unwissenheit

Weiterhin kennen viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schlicht kein Angebot ihres Arbeitgebers zur Entgeltumwandlung – sei es, weil es keines gibt oder ein vorhandenes Angebot nicht hinreichend kommuniziert wird. Nur ein gutes Drittel der Befragten (36%) fühlt sich ausreichend und verlässlich informiert.

Auch bezüglich der gesetzlichen Versorgungsleistungen herrscht Unwissenheit: Viele junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern unter 30 Jahren kennen ihre künftigen Leistungen aus dem Rentenbescheid gar nicht (28%). Und nur ein gutes Drittel der Befragten über 50 hat eine genaue Vorstellung von ihrer gesetzlichen Rente.

Konstant gehen fast drei Viertel jedoch davon aus, dass die Leistungen aus der gesetzlichen Rente kein ausreichendes Alterseinkommen sichern werden. Interessanterweise ist unter denjenigen Befragten, die angeben, sie hätten eine Vorstellung von der Leistung, dieser Anteil geringer (60%). Umgekehrt mutmaßen diejenigen, die angeben, kein Wissen über die Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu haben, zu 88 Prozent, im Ruhestand nicht ausreichend versorgt zu sein.


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