München (tö). Die Mieten in Deutschland steigen weiter. Auch viele private Vermieter haben zuletzt ihre Miete erhöht. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage des Internet-Immobilienportals Immowelt. Demnach haben in den vergangenen 12 Monaten vier von zehn privaten Vermieterinnen und Vermietern in Deutschland die Miete angehoben, in fast der Hälfte der Fälle aber nur um ein bis fünf Prozent. Etwa jeder vierte Vermieter hat die Miete seiner Immobilie um sechs bis zehn Prozent erhöht. Befragt wurden im Mai 2024 mehr als 2000 Internet-Nutzer ab 18 Jahren in Deutschland.
Für die jüngsten Mieterhöhungen kann es mehrere Gründe geben:
- ein Mieterwechsel wird genutzt, um den Mietpreis anzuheben.
- Viele Immobilieneigentümer sanieren ihre Wohnungen oder Häuser, häufig sind energetische Sanierungen wie eine neue Heizung oder ein neues Dach. Die Kosten für Handwerker und Baumaterial steigen aber immer weiter. Diese Ausgaben können mit Mieterhöhungen an die Mieter und Mieterinnen weitergegeben worden sein.
- Vermieter spüren genauso wie alle Verbraucher die Inflation in den vergangenen Jahren und setzen deshalb Mieterhöhungen durch.
- Der Mietmarkt besonders in den beliebten Großstädten ist auch wegen der Flaute bei Neubauten nahezu leergefegt. Trifft ein knappes Angebot auf eine höhere Nachfrage, treibt dies die Preise nach oben.
Auch andere Daten sprechen dafür, dass die Mieten weiter deutlich anziehen. Immowelt hat die Preise in 42 ausgewählten Städten in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland untersucht. Ergebnis: Die Mieten für bei Immowelt angebotenen Bestandswohnungen haben sich in den vergangenen zwei Jahren zwischen Juli 2022 und 2024 zum Teil deutlich verteuert, in 22 Städten waren die Mieterhöhungen sogar höher als der Anstieg der Inflationsrate von insgesamt 8,6 Prozent.
Besonders auffällig dabei: Die stärksten Mieterhöhungen gibt es in bislang eher preiswerteren Städten, die bei Wohnungssuchenden aufgrund der hohen Mieten in den Metropolen zunehmend gefragt sind. Dazu zählt etwa in Nordrhein-Westfalen Gütersloh (9,65 Euro pro Quadratmeter, Plus in zwei 2 Jahren 14,0 Prozent), Hamm (8,87 Euro; + 12,4 Prozent), Oberhausen (8,23 Euro; +12,3 Prozent) oder in Rheinland-Pfalz etwa Kaiserslautern (10,87 Euro, plus 10,6 Prozent).
In 14 untersuchten süddeutschen Großstädten in Bayern und Baden-Württemberg haben sich die Angebotsmieten von Bestandswohnungen im selben Zeitraum ebenfalls weiter verteuert, in der Spitze um knapp acht Prozent. Die deutlichsten Mietzuwächse verzeichnete Augsburg (12,66 Euro pro Quadratmeter, +7,8 Prozent) und Pforzheim (10,12 Euro, + 7,6 Prozent). Für die Vergleiche wurden jeweils die Quadratmeterpreise für Netto-Kaltmieten von auf immowelt.de angebotenen Bestandswohnungen (60 Quadratmeter, 2 Zimmer, 1. und 2. Stock, Baujahr 1990er-Jahre) herangezogen.
Mieter und Mieterinnen sollten jedoch stets prüfen, ob Mieterhöhungen berechtigt und korrekt berechnet sind. So besagt zum Beispiel die in mehr als 400 Städten und Gemeinden geltende Mietpreisbremse, dass die Miete bei Neuvermietung von Bestandswohnungen maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf. In vielen Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt gibt es auch Kappungsgrenzen für bestehende Mietverträge, die Mieterhöhungen auf 15 Prozent innerhalb von drei Jahren beschränkt.
