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Familienorientierte Reha für psychisch kranke Eltern

Die Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd erprobt eine familienorientierte Rehabilitation für psychisch kranke Eltern. Bei einer Auftaktveranstaltung gab es erste Erkenntnisse aus der Praxis.

Familienorientierte Reha für psychisch kranke Eltern

© Nicht definiert

Die Verantwortlichen (v.li.n.re.): Robert Zucker (Geschäftsführer Klinik Höhenried), Andreas Flegel (Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Dr. Verena Di Pasquale (Vorstandsvorsitzende der DRV Bayern Süd), Ivor Parvanov (Vorstandsvorsitzender der DRV Bayern Süd), Brigitte Iding (Mitglied der Geschäftsführung der DRV Bayern Süd), Rüdiger Alfery (Mitglied der Geschäftsführung der DRV Bayern Süd).

Starnberg (drv/sth). Wenn Eltern psychisch krank werden, belastet dies die ganze Familie. Insbesondere Kinder betroffener Eltern haben ein vielfach höheres Risiko, selbst eine psychische Erkrankung zu entwickeln. Bislang fehlt es jedoch in der psychosomatischen Reha an Angeboten mit familienorientierter Ausrichtung. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Bayern Süd hat sich in Kooperation mit der Klinik Höhenried und der Fachklinik Gaißach dieser Versorgungslücke angenommen und erprobt mit Mitteln des Bundesprogramms rehapro die innovative Familienreha FER in der Praxis. 

Bei dem Modellprojekt stehen im Mittelpunkt der psychosomatischen Rehabilitation eines Elternteils der Umgang mit der Erkrankung, die Kommunikation in der Familie, das Konfliktverhalten und eine positive Eltern-Kind-Beziehung. Kinder können in die stationäre Reha mitgenommen werden und erhalten im Rahmen der Tagesbetreuung eine individuelle Bedarfsabklärung und Entwicklungsförderung. An Besuchswochenenden werden Angehörige in die Reha eingebunden. 

Therapieplan mit familienorientierten Modulen

Der Therapieplan der psychosomatischen Rehabilitation wird um familienorientierte Module erweitert. Die nahtlose Weiterversorgung der Familien am Wohnort, zum Beispiel mit Angeboten der Familienberatung und Jugendhilfe, wird bereits in der Reha organisiert. Am Modellprojekt FER in der Klinik Höhenried können Versicherte der DRV Bayern Süd, der DRV Schwaben, der DRV Nordbayern und der DRV Bund teilnehmen. Es wird von der Hochschule Bochum und der Technischen Universität München wissenschaftlich begleitet. 

Bei der Auftaktveranstaltung wurden das Modellprojekt FER und die ersten positiven Ergebnisse aus der Praxis und der wissenschaftlichen Begleitung vorgestellt. Demnach treffen die innovativen Module sehr genau die Bedarfe der Zielgruppe. Rüdiger Alfery, Mitglied der Geschäftsführung der DRV Bayern Süd, betonte, dass die Weiterentwicklung und Stärkung der Rehabilitation einen hohen Stellenwert haben. „Mit dem Modellprojekt FER erproben wir einen innovativen, familienorientierten Ansatz, der auf die Situation psychisch kranker Eltern zugeschnitten ist. Wir schließen damit eine Versorgungslücke in der Rehabilitation“, sagte Alfery.  

“Rehabilitanden stehen im Mittelpunkt”

Brigitte Iding, Mitglied der Geschäftsführung der DRV Bayern Süd, verwies auf die Leistungsfähigkeit und die Kompetenzen des DRV Rehaverbundes Südbayern. „Bei der Entwicklung und Umsetzung innovativer Rehabilitationskonzepte ist unser DRV Rehaverbund Südbayern gerne mit dabei, denn hier stehen die Rehabilitanden im Mittelpunkt. In FER können wir die Kompetenzen unseres Verbundes optimal einbringen: Die Klinik Höhenried verfügt über umfassende Erfahrung in der Erwachsenen-Psychosomatik und die Fachklinik Gaißach über kinder- und jugendtherapeutische Expertise."

Der Chefarzt Psychosomatik der Klinik Höhenried, Stephen Aita, stellte die therapeutische Perspektive in den Vordergrund: „Uns als Team macht es stolz, Familien aus den verschiedensten Lebensrealitäten abzuholen und mit den Angeboten von FER gute Entwicklungen in Gang zu bringen, die alles andere als selbstverständlich sind. Besonders hilfreich sind zum Beispiel die Besuchswochenenden, die wirklich nicht jede Familie aus eigener Kraft stemmen könnte. Gerade für diese Familien sind solche Angebote aber besonders wichtig.“ 

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